Gásadalur (dt. „Gänsetal“) ist ein Ort auf der fähringischen Insel Vágar. Er galt bis Anfang des 21. Jahrhunderts als einer der isoliertesten Orte Europas. Gásadalur liegt hoch über dem Meer an der Westküste Vágars. Es stößt an den Mykinesfjørður und ist von den höchsten Bergen auf Vágar umgeben: im Norden vom 722 m hohen Árnafjall und im Osten vom 715 m hohen Eysturtindur. Nach Süden öffnet sich der Blick zu den Inseln Tindhólmur und Gáshólmur. Die Schiffsanlegestelle ist seit jeher ungünstig, weswegen die Einwohner ihre Fischerboote stets in der Nähe des Nachbarortes Bøur auf der anderen Seite der Berge ließen. Während der britischen Besetzung der Färöer im Zweiten Weltkrieg wurde jedoch im Jahr 1940 eine Treppe gebaut, die hinab zum Meer führt. Diese Treppe ermöglicht erst diese Perspektive auf Meer, Berge, Dorf und Wasserfall, die den Ort inzwischen weltberühmt gemacht hat. Traditionell führte der Weg in die Außenwelt nur über den beschwerlichen Weg über einen Bergpass in mehr als 400 m Höhe. Dies änderte sich erst als Jákup Andreas Henriksen in den Ruhestand ging, nachdem er über fünfzig Jahre die Post nach Gásadalur zu Fuß über den Bergpass gebracht hatte. Heute kommt die Post mit dem Auto durch den 2007 eröffenten Tunnel, die 3,5 Kilometer lange Bergpass hat heute nur noch touristischen Charakter und wird aufgrund des ausgesetzten Verlaufs als „schwierig“ eingestuft.