Ferien – endlich! Und wie jedes Jahr schwingt bis ganz zum Ende des Halbjahres die Angst mit, dass man sich doch noch irgendwas aus der Schule mit nach Hause bringt und in den Ferien krank wird. Ich hatte zumindest in der vorletzten Schulwoche schon mal die obligatorische Erkältung, aber das war’s zum Glück.

Für diesen Winter hatte ich die Idee, mal wieder auf dem Nil zu schippern. Dieses Mal aber nicht mit einem schwimmenden Hotel, sondern auf einem kleinen Segelschiff, welches an vielen Stellen anlegen kann, wo es den großen Schiffen versagt bleibt.

Jens schien mit der Idee eines kleinen Segelschiffes auf den Nil unterwegs zu sein, einverstanden und brachte noch ein anderes Ziel ins Gespräch, dass ihm und wohl nur ihm schon länger durch den Kopf geistert – die Lybische Wüste – und dort besonders die Weiße Wüste. Er kennt davon natürlich Fotos, und wohl auch Beschreibungen aus der Literatur; von Karl May z.B., der in seinem Orientzyklus Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar durch die Lybische Wüste reisen lies.

Uns hatte es vor 16 Jahren gut auf dem Nil gefallen, hatten wir doch einen fabelhaften Führer, einen Ägyptologe, der wirklich alles zu über die Pharaonen zu wissen schien. Kairo hatten wir damals bewusst ausgelassen, waren nur zwischen Dendera und Abu Simbel unterwegs. Den Moloch am Nil mit seinen Museen wollten wir gesondert besuchen, zusammen mit den Pyramiden in Gizeh. Es ist gar nicht so weit nach Ägypten, geht auch an einem Wochenende, so dachten wir damals, als Fliegen zumindest für Jens zur fast wöchentlichen Routine gehörte. Dann kam der Arabische Frühling und alles änderte sich. Mubarak ist in Ägypten längst Geschichte, die Muslimbrüder, welche die ersten freien Wahlen gewannen wurden, vom Militär wieder entmachtet. Jetzt ist Abd al-Fattah as-Sisi Präsident. Sein Regierungsstil wird überwiegend als autoritär oder repressiv bezeichnet. Also alles wieder auf Anfang? Wir wissen es nicht. Wir werden sehen. Vielleicht können wir mit dem einen oder anderen darüber sprechen,

So ganz allein wollten wir uns nicht in die Wüste trauen, für das Schiff auf dem Nil würden wir sowieso einen Veranstalter brauchen. Viel fanden wir im Internet nicht. Das Segelschiff war relativ einfach. Aber die Weiße Wüste? In der Kombination, wie wir es gern wollten, fanden wir am Ende drei Angebote. Wie sich herausstellte war es immer der gleiche Anbieter mit unterschiedlichen Webseiten. Und dieser ist auch noch in Radebeul bei uns gleich um die Ecke ansässig. Es hat nicht lange gedauert und wir waren bei ihm, waren uns schnell einig und sind jetzt unterwegs.

Fast hätte uns noch das Wetter einen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Gestern und vorgestern flog von Berlin nichts bzw. nicht viel. Eisregen hieß das Problem und es sah bis gestern Nachmittag echt nicht gut aus. Als der Wecker 3:30 Uhr klingelte, galt der erste bange Blick der Flughafen-App, aber noch sah es gut aus. So machten wir uns also bereit und verließen kurz nach 4 in Halbschuhen und quasi ohne Jacke das Haus. Im Treppenhaus begegneten wir zur selben Zeit noch den Nachbarn, die zum Fußball durch Deutschland fuhren 😳. Sie hatten hoffentlich ein paar Klamotten mehr an…

Dresden – Berlin – Wien – Kairo – Gizeh

Unser Auto brachte uns sicher nach Berlin, durch dicken, dicken Nebel, aber glücklicherweise kein Blitzeis. Der Flughafen lag heute ein kleines bisschen im Dornröschenschlaf, es ging überall sehr schnell, wahrscheinlich ein kurzes Luft holen nach den letzten beiden stressigen Tagen....

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dieLeuchtturms

Sie schreibt, er fotografiert

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