Reicht ein Besuch der Tempelanlage von Abu Simbel für mehr als einen Urlaubstag, so ist es für uns nur der „Vormittagsausflug“. Ich habe jetzt nicht näher recherchiert, würde aber trotzdem davon ausgehen, dass Johann Ludwig Burgkhardt nach seiner Entdeckung nicht mehr so viel gemacht und noch ein zweites Entdeckerprogramm eingeschoben hat😉 Die Welt ist eben deutlich kleiner (und schneller) geworden. Heute machen wir genau das Gegenteil des Titels der Reise: Wir komprimieren die Zeit.
Die Nicht-Abu-Simbel-Besucher langweilten sich schon ziemlich, als wir zurück sind. Wir essen im Eiltempo zu Mittag und schon wartet wieder der Bus, im Übrigen immer noch jener mit einem Ersatzreifen auf der Felge. Unser Ismail ist übrigens nicht mit, er hat eine Vertretung organisiert. Auch ihm geht es nicht so gut.
Das Restprogramm sollte aus drei Teilen bestehen: Einer Felukenfahrt über den Nil, den Besuch von Kitchener Island und einer Bootsfahrt durch die Stromschnellen des 1. Kataraktes. Die ersten beiden Punkte gehören zum Inklusivprogramm, der letzte Punkt ist fakultativ, wird aber von allen Reisetauglichen wahrgenommen. So ganz unschuldig sind wir daran nicht, zeigen wir doch Bilder, wie es vor 16 Jahren in diesem Naturschutzgebiet war.
Kurzum: Ein bisschen peinlich ist es uns fast. Der Botanische Garten auf Kitchener Island braucht dringend Pflege und das Landschaftsschutzgebiet? … ist nicht mehr da, auch wenn es immer noch als solches tituliert wird. Heute früh legten wir gewissermaßen ein Trauma in Abu Simbel ab, jetzt bekommen wir ein neues, kostenlos, aber ungefragt. Das nubische Dorf ist inzwischen eine Mischung aus Disney World und Las Vegas. Wenn es den Einwohnern dort dadurch in der Menge besser geht, soll es mir recht sein, allein der Glaube fehlt mir.
