Unser Auto brachte uns sicher nach Berlin, durch dicken, dicken Nebel, aber glücklicherweise kein Blitzeis. Der Flughafen lag heute ein kleines bisschen im Dornröschenschlaf, es ging überall sehr schnell, wahrscheinlich ein kurzes Luft holen nach den letzten beiden stressigen Tagen.
Im Flugzeug hatten wir jeweils die Plätze an den Notausgängen, so dass wir ganz bequem unsere Füße ausstrecken konnten. Mit ein bisschen Verspätung ging‘s los, entsprechend mussten wir in Wien dann auch ein bisschen Gas geben. Pünktlich zum Boarding kamen wir an, konnten zu unseren Plätzen durchlaufen und dann die knapp 3 Stunden auch mal ein bisschen schlafen.
In Kairo angekommen, wurden wir bereits vor der Passkontrolle von einem Mitarbeiter unseres Reisebüros in Empfang genommen. Wir haben ja diesmal das Rundum-Sorglos-Paket für zwei gebucht. Mal sehen, wie wir damit klarkommen. Mit dem passenden Visum im Pass gab‘s schnell einen Stempel, den Pass brauchten wir noch etliche Male, bevor wir die Tür zum Land öffnen konnten. Wir waren super erstaunt, wie schnell das alles ging und wollten uns schon ein bisschen wundern. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden wir von Saïd betreut. Dieser wollte uns nun vor dem Flughafengebäude an Sayed übergeben und meinte, wir sollen einfach warten, in zehn Minuten würde er kommen. Er machte noch schnell ein Foto von uns, was er an Sayed schickte und überließ uns unserem Schicksal.
Und schon begann sie, die Dehnung der Zeit. Jens stellte die Theorie auf, dass die Tür am Flughafen eine Einstein-Rosen-Brücke währe, welche zwei Raumzeiten miteinander verbindet. In diesem Fall unsere Raumzeit (viel Raum und wenig Zeit ) mit der hiesigen: wenig Raum und viiiieeel Zeit. Noch dazu müsste diese Tür den 5. Aggregatzustand eingenommen haben, meinte er – das Bose-Einstein-Kondensat, in welchem auch Licht bis zur Schrittgeschwindigkeit gebremst werden würde 😉
Hoffentlich wird das nun in den nächsten Tagen nicht alles so lang dauern, denn dann sind wir erst 13 Tage später wieder in Dresden. Aber hoffen wir mal das beste. Der Fahrer, der uns auch in den nächsten Tagen durch Kairo bringen wird, fuhr (so wie alle anderen auch) sehr rasant. Jens hätte das sicher auch gern selbst ausprobiert, ich bin ganz froh, dass da jemand anders am Steuer sitzt. So kann Jens ab und an ein Foto machen, ohne dass ich tausend Tode sterben muss. Trotz des rasanten Fahrstils brauchten wir dann noch eine Dreiviertelstunde bis zum Hotel. Als wir zum ersten Mal die Pyramiden und das neue Ägyptische Museum sahen, hatten wir’s dann auch schon fast geschafft.
Die Stunde bis zum Abendessen haben wir damit zugebracht, über eine sehr dünne Internetverbindung eine eSim für mein Handy zu organisieren. Hat am Ende dann auch geklappt.
Das Abendessen war, wie vermutet, ein Buffet. Jens hatte sich damit schon arrangiert. Allerdings gab es fast nur authentische Küche und der Koch, den es auch noch gab, hatte sich Jens auserkoren, um diverse Gerichte, die sehr lecker, aber auch ziemlich scharf waren, extra für ihn (und mich) zuzubereiten. So mussten wir nicht mehr ans Buffet und wurden sogar noch bedient. Immer wieder kam er mit neuen Gerichten zu uns. Ob er uns mit Restaurant-Kritikern verwechselt hat? Oder aber hat dieser Blog inzwischen eine so bedeutende Reichweite? Wir nehmen jetzt einfach mal Zweites an 😉
Danach gönnten wir uns noch einen Cocktail an der Bar, aber es war relativ schnell klar, dass das Bett wahnsinnig laut nach uns ruft. So werden wir jetzt bald schlafen, damit wir morgen auch richtig munter sind, um uns endlich mal echte Pyramiden anzuschauen. Zur Zeit sehen wir ihre Spitzen am Horizont, wenn wir aus der Hotelanlage in ihre Richtung schauen.
