Nach vielen, vielen Stunden, die wir auf dem Flughafen zugebracht haben, immerhin waren wir schon 4:15 Uhr vor Ort, sind wir gegen 14:45 Uhr in Luxor gelandet. Ein Taxifahrer brachte uns an den Nil und ein kleines Boot über selbigen, damit wir dann auf unsere Dahabeya klettern konnten. Dort wurden wir schon erwartet und durften sofort etwas essen. Alle anderen Mitreisenden hatte es gestern auch mit Verspätungen erwischt, aber unsere Wartezeit war mit Abstand die längste.

Nach dem Essen bin ich erst einmal unter die Dusche gesprungen und dann haben wir das Schiff ein bisschen in Besitz genommen. Am Abend gab es in der „Lobby“ eine kleine Einführung ins Programm und wir konnten auch unsere Mitreisenden, zumindest jene, die schon da waren, in Augenschein nehmen 😉. Da haben wir wirklich Glück, die Gruppe macht einen hinreichend harmonischen Eindruck. So werden wir diese Woche sicher gut aushalten.

Am heutigen Morgen konnten wir immerhin bis 6:30 Uhr schlafen, dann gab es bereits die erste Mahlzeit des Tages und kurz darauf begann die Fahrt ins Tal der Könige. Hier herrscht inzwischen Big Business. Schon vor 16 Jahren als wir hier waren, durfte jede Gruppe „nur“ drei Gräber besichtigen. Diese wurden damals zugelost. Heute kann man diese durch allerlei undurchsichtige Prozesse „auswählen“. Unser Reiseleiter Ismail hatte uns 3 schöne Gräber versprochen und dieses Versprechen auch gehalten. Es gab sogar noch ein Zusatzgrab, welches, weil es extra Eintritt kostete, nicht so voll war.

Am Anfang war das alles auch noch ganz gut auszuhalten, aber mit der Zeit wurde die Luft wärmer und der Schatten seltener. Das Absteigen in die Gräber war für mein Knie nur so semi-toll und durch das lange Stehen hatte ich seit 2 Jahren mal wieder das Bedürfnis, meine Bandage anzuziehen. Aber die Besichtigung der Gräber hat sich wirklich gelohnt. In den Gräbern habe ich immer ein bisschen das Gefühl, ich verstehe die ägyptische Geschichte ein bisschen, zu Hause habe ich das meiste wieder vergessen 🙈. Das ist dann immer so viel auf einmal und so komprimiert, da steigt mein Kopf irgendwann aus. Und wenn es dann dazu noch heiß ist…So nebenbei erzählte Ismail auch so einiges über die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun durch Howard Carter. Im Grund hatten wir schon alles mindestens einmal gehört oder gesehen, es gibt schließlich genügend Dokumentationen darüber. Vor Ort ist es trotzdem immer etwas anderes. Kurz zusammengefasst: Im Grund war er auch nur ein Grabräuber.

Der nächste Weg führte uns zum Tempel der Hatschepsut. Auch den haben wir vor 16 Jahren schon angeschaut und auch hier merken wir wieder, das der Tourismus überall größer geworden ist. Damals waren wir relativ allein da, heute wird man mit Bussen hingefahren und steht in einem Meer von Touristen. Naja, aber wir sind Teil des Problems.

Da es da schon ziemlich heiß war, heute waren die Temperaturen über 30°, suchten wir sehr viel Schatten und freuten uns, als es dann wieder in den Bus ging. Zuerst ging es in die klassische Alabasterwerkstatt, da hüpfte doch tatsächlich eine Vase in die Tasche und dann besichtigten wir noch die riesigen Memnon-Statuen. Eine ist da gleich mal 18 m hoch und wiegt 7000 t.

Dann ging’s zurück zum Schiff, direkt an den Mittagstisch und ab dann haben wir uns an Deck nur noch von Sessel zu Liegestuhl und Sofa bewegt, zwischendurch mal was getrunken und uns viel mit den neuen Mitreisenden ausgetauscht. Inzwischen ziehen die Uferlinien an uns vorbei, wir fahren nilaufwärts. Alessandra und Stephan waren am Morgen auch angekommen und wir hatten gleich wieder viel Spaß miteinander.

Der Abend klang nach dem Abendessen noch mit Trommeln und Gesang und Tanz aus. Nun stehen wir an einer Nilinsel vor der Schleuse in Esna. Die Besatzung hat das Boot an zwei Palmen vertäut. Jetzt, wo wir im Bett sind, sind Teile der Besatzung an Land und bewachen das Boot. Nur leise sind ihre Gespräche und ihr Lachen zu hören. Gute Nacht.

Eva

Sie schreibt und immer häufiger fotografiert sie auch.

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