Für den heutigen Tag mussten wir ein bisschen verhandeln. Unser Reiseleiter wollte das Frühstück gern für 6:30 Uhr ansetzen, was dem ein oder anderen unserer Mitreisenden eindeutig zu früh erschien. So einigten wir uns auf 7:00 Uhr Abfahrt und damit waren dann irgendwie alle zumindest einigermaßen zufrieden. Zum Frühstück erschienen dann auch wieder die allermeisten, glücklicherweise scheint Pharaos Rache nicht zu dolle und nicht zu lange zu wüten.

Am Vormittag ging es dann für uns per Bus zuerst zum unvollendeten Obelisken. In diesem Steinbruch kann man sehr anschaulich nachempfinden, wie die riesigen Obelisken aus dem Rosengranit geschlagen wurden. Ich finde es eine unglaubliche Leistung, was die Menschen in der damaligen Zeit mit ihrer Hände Arbeit erschaffen haben.

Vom Obelisken ging es für uns zum Philae-Tempel. Um wirklich zu diesem zu gelangen, muss man ein Motorboot besteigen. Da wird man dann gleich mal 40 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Da gibt es nicht nur einen Zweitakter, sondern viele, viele, viele und es stinkt erbärmlich. Zu Zeiten meiner Ausbildung musste ich in Zwickau immer früh 5:30 Uhr von einem Bus in den anderen umsteigen. An der Haltestelle roch es damals ähnlich schlimm…

Auf der Insel angekommen, waren die Erinnerungen an die Schönheit dieses Tempels aber gleich wieder zurück. Es gibt so viel zu schauen und zu entdecken… Leider wollen das gemeinsam mit uns aber auch eine Menge an anderen Menschen. Zum Teil ist es ganz schön anstrengend, in eine der kleineren Kammern des Tempels zu kommen. Hier gibt es dann auch wieder die asiatischen Reisenden, die sich vorzugsweise auch mal verbotenerweise irgendwo hinstellen, um ein Foto zu machen, welches dann gepostet werden kann 🙄.

Wir erinnern uns, dass hier vor 16 Jahren deutlich weniger Menschen unterwegs waren, wie diese Bilder hier zeigen:

Den Abschluss der vormittäglichen Besichtigungsrunde bildet der Hochdamm, der den Nil zum Nassersee aufstaut. Das ist auch ein gewaltiges Bauwerk neuerer Zeit. Ich finde es unfassbar, dass man damals in Kauf genommen hat, dass so viele Tempel einfach im Wasser versinken. Zum Glück hat die UNESCO da doch einiges gerettet. Kaputt gehen sollte der Damm aber auf keinen Fall. Damit wäre Ägypten wahrscheinlich „Geschichte“. Eine unserer Mitreisenden zeigte noch Bilder vom Bau des Damms, die sie als junge Frau hier selbst aufgenommen hatte.

Zurück auf unserem Schiff konnte die Crew dann gleich ablegen. Für die „Jungs“ ist das heute ein langer und schwieriger Tag. Zum einen gilt es eine lange Strecke zu bewältigen, zum anderen ist es der erste Tag des Ramadan, das heißt, einen ganzen Tag ohne Essen und Getränke auskommen. Das empfinde ich als ziemlich hart, vor allem die Sache mit den Getränken.
Zusätzlich kam heute noch ein unangenehmer und kühler Gegenwind dazu, der Segeln nicht möglich macht und uns peu a peu in warme Klamotten zwingt. Pünktlich zum Sonnenuntergang kam unser Schlepper neben das Boot und die Crew bekam ihr wohlverdientes Essen und vor allem ihre Getränke. Für mich fühlte sich das Abendessen auch gleich besser an mit dem Wissen, dass der Koch vorher auch schon etwas gegessen hatte 😉. Den Abend ließen wir unter einer Decke aneinander “gekuschelt“ auf dem Deck ausklingen, die Kälte zwang uns dann aber beizeiten unter Deck. Morgen ist dann schon der letzte Tag der Reise, der noch einmal ein paar Höhepunkte auf dem Programm hat. Der Wecker wird also wieder 6:00 Uhr klingeln 😳.

Eva

Sie schreibt und immer häufiger fotografiert sie auch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert