Eigentlich hätten wir heute entspannt ausschlafen können, da unser Termin ja frühestens gegen 11:00 Uhr stattfinden sollte. Da Alessandra und Stephan aber heute nach Kairo zurückfahren würden, wollen wir gern noch mit ihnen zusammen frühstücken. Und auch da ist die Überraschung wieder riesig. Es gibt so viel zu essen auf dem Tisch, da kann mindestens die doppelte Teilnehmerzahl satt werden.

Pünktlich 9:00 Uhr werden unsere beiden Mitreisenden abgeholt, für uns sind die nächsten Tage nur eine Unterbrechung, treffen wir uns doch am Sonntag auf dem Schiff wieder. Und was sollen wir sagen: Wir freuen uns darauf. Das war wirklich eine schöne gemeinsame Zeit hier.

Heute sind wir also auf uns allein und Walid gestellt. Die Zeit bis zu seiner Ankunft verbringen wir mit dem Schreiben der fehlenden Blogbeiträge und Wunder über Wunder, wir schaffen nur einen Tag, da unser Guide pünktlich 11 Uhr an die Tür klopft. Auf geht’s also, wie immer wissen wir nicht, wohin und müssen ihm dieses Wissen wie Würmer aus der Nase ziehen. Unser erstes Ziel ist ein Museum. Dort angekommen, fragt er uns tatsächlich, ob wir wirklich reingehen wollen… Hä? Warum sind wir denn hier? Natürlich! Gut, er kann uns nichts übersetzen, aber ganz ehrlich, was will er uns an 8 Mumien auch übersetzen? Mein Tipp: Er hätte gern das Geld gespart. Die Mumien stammen aus einer Ausgrabung 6 km südlich der Oase und es ist doch auch mal spannend, so ein einfaches Museum zu sehen, welches nur für uns geöffnet und nach unserem Besuch auch wieder geschlossen wird.

Im Anschluss geht es dann zu einer Ausgrabungsstätte in der Stadt. Von außen und oben völlig nichts sagend führt uns ein Ortsansässiger über eine abenteuerliche Treppenkonstruktion ein paar Meter in die Tiefe. Vor mir erreicht Jens schon durch ein kleines Loch ein Grab und ich höre ein erstauntes: „Wow!“. Alsbald kann auch ich sehen, was ihn so erstaunt. Hier gibt es wunderbar erhaltene Bemalungen und das alles haben wir nur für uns allein. Im Tal der Könige westlich von Luxor ist das auch nicht viel anders, dort aber müssen wir die Gräber mit vielen anderen Touristen teilen.

Da wir so begeistert sind, dürfen wir sogar noch ein zweites Grab besuchen. Auch dieses ist aus der Zeit der römischen Besatzung, die Zeit, als Kleopatra mit Markus Antonius leiert war. Nach dieser Privatbesichtigung gibt’s im Kassenhäuschen den obligatorischen Tee und die Zeichnung eines Fahrrades an der Wand. Die Story dazu ist lustig, da das Gemälde das Fahrrad des „Kassierers“ darstellen soll. Selbiges dürfen wir später im Original anschauen 😂.

Nach so viel Kultur muss Walid uns erst einmal zu seinem Garten bringen. Dieser liegt direkt neben einer Dattelmanufaktur, deren Besichtigung obligatorisch ist. Leider gibt es gar nichts außer einer leeren Halle zu sehen. Das eigentlich Schlimme ist direkt davor wieder mal ein brennender Müllhaufen 😳. Die Dattelpalmen in Walids Garten werden sich freuen… Er präsentierte uns den Garten und erzählte, dass es sein Traum wäre, dort kleine Ferienhäuser für Touristen aus aller Welt zu errichten. Da sollte er wohl als erstes mal über die olfaktorischen Gegebenheiten der Umgebung nachdenken, aber ich glaube, das ist hier alles lange noch nicht dran. Für uns wird wieder mal deutlich, wie weit oben wir uns in der Bedürfnispyramide befinden.

Im Anschluss fahren wir dann doch noch ein bisschen in die Natur. Erst warten die Pyramid Mountains auf uns, dann müssen wir fürchterlicher Weise ertragen, wie Walid wie von der Tarantel gestochen durch die Sandwüste heizt. Sicher gibt es Touristen, denen das gefällt und die sich das wünschen. Wir gehören nicht dazu und Jens hat jetzt wahrscheinlich ein paar blaue Flecke mehr am Arm, da ich mich so reingekrallt habe. Das Ziel dieser Raserei war der Magic Lake. Was genau daran magisch ist, wer weiß… vielleicht, dass er in der Wüste liegt. Für uns gab es dort Lunch und sehr, sehr viel Zeit zum Ausruhen. Als dann aber eine wirklich große Gruppe deutscher Touristen ausgeladen wurde, baten wir doch darum, weiterzufahren. Richtig schön war dann die Fahrt durch die Oase. Walid ist heute auch viel entspannter als gestern Nachmittag. Nachdem er uns alte Olivenbäume gezeigt hat, erzählen wir ihm, dass wir Olivenöl auch sehr gern mögen. Daraufhin fuhr er mit uns in Bahariyya noch in eine Olivenpresse, wo alles wirklich noch von Hand gemacht wird. Da haben wir dann auch zugeschlagen und uns eine Flasche abfüllen lassen. Hoffentlich bekommen wir die sicher nach Deutschland 🙈.

Danach wollen wir gern in unser Hotel, für morgen ist alles geklärt. Wir müssen wieder hart verhandeln, damit wir 10 Uhr hier abgeholt werden. Keine Ahnung, warum hier immer alles so spät losgehen soll, da ist es doch warm. Im Hotel gibt es noch den Austausch von Kontaktdaten, einen gemeinsamen Tee, ein paar Reflexionen zur Wüste und das übliche Bakschisch und nun sind wir erst einmal wieder auf uns gestellt. Gleich geht’s zum Abendessen, mal schauen, welche Köstlichkeiten uns heute erwarten.

Eva

Sie schreibt und immer häufiger fotografiert sie auch.

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