Wenn wir seit so vielen Jahren mal wieder in Paris sind, so hatten wir uns gedacht, könnten wir uns auch mal etwas anschauen, was wir hauptsächlich aus Filmen kennen: das Moulin Rouge. Wir fanden es an der Zeit, uns solch ein Pariser Varieté mal anzusehen. Also begann Eva zu recherchieren, um recht schnell zu dem Ergebnis zu kommen, dass es wohl bessere Möglichkeiten dafür gäbe als das Moulin Rouge. Eva erkor mit dem Paradise Latin das älteste Cabaret in Paris aus und kaufte mit zwei zugedrückten Augen zwei Karten für den heutigen Abend – ein günstiges Vergnügen ist das nicht, aber wenn schon, denn schon, sagten wir uns und wollten uns somit nicht nur das Programm gönnen, sondern auch das zugehörige Menü. Es gibt auch einen Dresscode, den wir mit unseren Urlaubsklamotten, so ergab eine kurze Überprüfung vor ein paar Tagen, auch geradeso erfüllen könnten 😉
Vor dem Besuch im Paradise Latin hatten wir aber noch Zeit, einen Ort zu besuchen, denn wir aus San Gimignano kennen: das beste Eis der Welt. Wir wussten seit unserem letzten Besuch dort, dass es eine Filiale hier in Paris gäbe. Also nahmen wir unsere Fahrräder und fuhren dort hin. Kurz zusammengefasst: es war eine Enttäuschung. Das Angebot ist mitnichten mit jenem in der Toskana vergleichbar. Es gab nur 4 Sorten, welche alle genauso langweilig waren, wie in allen anderen Eisbars hier. Einen Geschmackstest unterließen wir deshalb. Zum Glück hatten wir nichts anderes erwartet, weil wir im Vorfeld schon entsprechendes gelesen hatten. Wir hätten uns den Besuch hier auch sparen können, so aber waren wir uns wenigstens sicher, nichts Wichtiges verpasst zu haben.
Die Metro brachte uns gegen 19.00 Uhr zum Paradise Latin. Wie so häufig sieht man solchen Lokationen von außen nicht unbedingt an, was drinnen zu erwarten ist. Da aber schon eine Menschenschlange hier stand, wussten wir, dass wir richtig sind. Punkt halb acht begann der Einlass. Kurzhosige Männer wurden aussortiert und zur Garderobe verwiesen, um sich dort eine Hose auszuleihen. Unsere Bekleidung bestand die Kontrolle und wir wurden zu unserem Tisch gebracht. Dort erwartete uns schon Champagner und Wein und das Menü für heute Abend.
Während des Essens gab es gut gesungene Cover-Songs, gegen 21:30 begann die eigentliche Show. Fotos gibt es davon keine, Aufnahmen sind aus urheberrechtlichen Gründen untersagt. Das Programm ging bis kurz vor Mitternacht und entsprach im Grunde dem, was wir erwartet hatten. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt, es ist schön, auch diese Seite von Paris mal erlebt zu haben.
Die 1,6 Kilometer zurück zum Hotel gingen wir zu Fuß, schön, dass dies mit Eva wieder so gut funktioniert. Die Temperaturen um Mitternacht waren mit knapp unter 30°C zumindest so, dass wir nicht sofort davonflossen.
