Nachdem wir in der letzten Nacht beide gut geschlafen haben, war es schön, dass wir heute erst 7:30 Uhr an Deck erscheinen mussten. Trotzdem trieb es uns schon etwas eher aus dem Bett und so konnten wir eine Zeit lang das nahe Ufer des Nils begutachten. Überall standen Mangobäume in voller Blüte. Dazwischen standen oder liefen Esel(chen). Das war irgendwie doch sehr idyllisch und die Luft war auch besser als in den letzten Tagen. Erfreulicherweise ging es uns beiden auch „darmtechnisch“ wieder soweit gut, dass wir uns nun keine Sorgen mehr machen mussten.

Vom Schiff aus schauten wir uns den großen Steinbruch an, aus dem z.B. die Steine für den Horustempel in Edfu kamen. Außerdem gab es da auch noch einen Tempel zu sehen, der quasi im Steinbruch war. Der Wind nahm zu und so wurde das erste Mal wirklich gesegelt.

Im Anschluss daran gab’s Frühstück und da hatte sogar Jens wieder Appetit auf Spiegeleier. Danach frönten wir wieder unserer Leidenschaft – nichts tun. Ich bin lange nicht mehr so beständig zum Lesen gekommen wie hier. Ungefähr so hatte ich mir den Urlaub vorgestellt. Gegen 11 Uhr näherten wir uns dem Doppeltempel von Kom Ombo, der zum einen für den Krokodilgott Sobek und zum anderen für den falkenköpfigen Horus errichtet wurde. Wir hatten das Glück, dass wir direkt vor dem Tempel anlegen und mit der Besichtigung starten konnten. Und zum Glück war es heute auch nicht so schlimm heiß wie gestern. Aber ich fange mich an zu erinnern, dass ich auch vor 16 Jahren nach einer gewissen Anzahl von Tempeln das Gefühl eines Overloads hatte. So richtig viel merken kann ich mir wirklich nicht mehr.

Den Nachmittag verbrachten wir erst mit einem ausgiebigen Mittagsschlaf und dann ging es am frühen Abend in die Innenstadt von Assuan. Unser erstes Ziel war ein Geldautomat, der dann von uns Reisenden „überfallen“ wurde. Irgendwie mussten die zusätzlichen Ausflüge doch bezahlt werden ;-). Danach führte und Ismail in einen Gewürzladen mit sehr schneller Vorführung. Ein paar Reisende deckten sich mit Gewürzen ein, von denen ich denke, dass sie in Deutschland in besserer Qualität und auch nicht teurer erhältlich sind. Wir haben uns lediglich für Datteln und Weihrauch entschieden. Da kann man nicht viel falsch machen. Danach habe ich mir unter vielfältiger Beratung, die ich nicht wirklich brauchte :-), noch einen neuen Einkaufskorb, diesmal aus Schilf, zugelegt. Der alte aus Marokko hatte ja leider seinen Geist aufgegeben.

Bevor wir wieder aufs Schiff sind, gab es noch eine kleine Alkoholkauf-Eskapade, bei welcher der muslimische Busfahrer und unser muslimischer Reiseleiter breitschlagen ließen, Wein und Gin für ein paar Teilnehmer:innen zu kaufen. Ich fand‘s ein bisschen zum Fremdschämen.

Am Abend sind wir dann unser mühsam aus dem Automaten gezogenes Geld wieder losgeworden, um alle Zusatzausflüge zu bezahlen. Jetzt wartet nur noch das Bett, da wir morgen mal wieder kurz nach drei aufstehen müssen. Vier Uhr startet der Bus nach Abu Simbel 😳 und dort hat Ramses II. etwas an uns gut zu machen…

Eva

Sie schreibt und immer häufiger fotografiert sie auch.

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