Nach dem heutigen Tag bin ich mit sicher, dass mit dem Osterhasen irgendwas nicht stimmt. Aus Gründen, die für mich nicht nachvollziehbar sind, hat er nur das Zimmer von Maya und Leonie gefunden und wir sind leer ausgegangen. Ein komischer Kerl! Aber vielleicht hat er uns nur nicht gefunden, weil wir gerade in der Kathedrale zur Osternacht waren. Das war im Übrigen ein mediales Großereignis. Die Anzahl der Kameraleute hätte auch dem Petersdom zur Ehre gereicht.
Zu viert sind wir nach einem leckeren Frühstück und einem anschließenden Flugversuch meinerseits in unserem Zimmer (der wie alle Flugversuche dieser Art eher negative Auswirkungen hatte) auf dem Weg ins jüdische Viertel gewesen, als wir mal wieder von einer Prozession unterbrochen wurden. Wir sind ein bisschen hin und her gelaufen, um den Anfang des Ganzen zu sehen und konnten da schon feststellen, dass alles viel fröhlicher war. Alles wurde von dem Glockenläuten unzähliger Terracottaglocken begleitet, im Verlauf des Tages werden wir auch noch eine erwerben und Maya wird fröhlich mitbimmeln.
Zu Fuß erkunden wir halb Granada, begegnen der Prozession nochmals an der Kathedrale und machen uns dann auf den Weg zum Aussichtspunkt, den Leonie und Jens gestern Abend schon erklommen hatten. Auf der Hälfte der Strecke machen wir eine Pause in einem Café und nach genau dieser Pause beschließt mein Fuß nach dem Sturz am Morgen komische Spirenzchen zu machen. An Auftreten ist nur noch unter Schmerzen zu denken, aber ich schaffe es immerhin zum Mirador und zurück.
Nach dem Mittagsschlaf nötige ich Jens, in der Apotheke eine dehnbare Bandage zu kaufen, wickle meinen Fuß darin ein und kann so am Nachmittag wenigstens noch ein bisschen zum Kaffeetrinken laufen. Das nehmen wir in einem arabischen Teehaus ein. Da gibt’s außer Tee aus dem Maghreb auch andere Leckereien. Danach verabschieden wir uns von den mitreisenden Damen und verabreden uns für den Abend am Taxistand. Für mich scheint das nun die einzige Möglichkeit zu sein, nochmal auf den Berg und damit zum reservierten Restaurant zu kommen. Die Taxifahrerin war wenig amüsiert, dass sie wieder durch enge Gassen kutschieren musste, aber anders ging da nichts. Das Essen war dem Ostertag angemessen, jeder hat für sich etwas gefunden, wir hatten viel Spaß und eine tolle Aussicht auf die Alhambra im Abendlicht und beim Sonnenuntergang.
Nach dem Essen fühlte sich mein Fuß immerhin so an, dass ich es mir zutraute, den Weg nach unten auf selbigem zurückzulegen. Es ist eine sternenklare Nacht, die Stadt ist super, was für ein phänomenales Osterfest!
