Spätestens gestern Abend zeigte uns ein letzter Blick auf unsere Wetter-Apps, dass wir für heute nicht viel zu erwarten brauchten. Die Wolken würden tief hängen, alles grau in grau. Viel vor haben wir auch nicht mehr. Heute würde uns der Weg an der Küste entlang nach Malaga bringen. Gibraltar würden wir rechts liegen lassen, sehen würden wir es vermutlich nicht bei diesem Wetter.

Also konnten wir ausschlafen, um danach das Frühstück auf der Terrasse zu genießen. Wir hatten gar kein Frühstück bestellt, das konnte man im Buchungsprozess auch nicht, aber schon gestern sagte uns der Besitzer, dass es für alle Gäste immer Frühstück geben würde. Letztendlich bezahlen wir das natürlich mit, trotzdem ist das eine schönes Goodie hier. Warm genug ist es ja, trotz der vielen Wolken.

Danach laufen wir ein letztes Mal durch Tarifa, von Afrika auf der anderen Seite des Meeres ist nichts zu sehen, so schlecht ist die Sicht. Autofahren muss ich heute nicht, das will Leonie machen. Die erste Teilstrecke fährt sie uns über die Halbinsel zurück nach Algeciras auf der anderen Seite der Bucht von Gibraltar. Dazu müssen wir über ein Pass, in nur etwa 300 Meter Höhe. Gestern hatten wir tolle Sicht auf den großen Kontinent im Süden, heute braucht Leonie die Nebelscheinwerfer, wir sind mitten in den Wolken. Wieder unten am Meer ist es nicht mehr nebelig, aber kein bisschen schöner. Wie erwartet, ist von Gibraltar nicht viel zu sehen.

Richtung Nordosten zurück nach Malaga wird das Wetter aber jeden Kilometer besser. In Malaga angekommen, sehen wir sogar blauen Himmel, das hatten wir heute nicht erhofft. Also suchen wir uns ein Parkhaus in der Nähe unseres letzten Hotels und checken dort ein. Das ist ein längerer Prozess, der junge Herr an der Rezeption macht das heute zum ersten Mal, wie er uns sagt. Wir sind dafür bestimmt das passende Lehrobjekt, da wir geduldig sind, wir haben ja Urlaub. Wir tauschen dann noch die Zimmer, weil wir lieber miteinander kuscheln als die beiden Schwestern.

Dann aber wollen wir noch soviel wie möglich von Malaga sehen, wenn wir schon so schönes Wetter haben. Unser erster Weg führt zur Markhalle und zumindest wir beide fühlen uns wie im Schlaraffenland, soviel Fisch und Obst und Gemüse, wie es hier gibt. Über die Jahre beobachten wir, dass überall auf der Welt die Exklusivität der örtlichen Markthallen zurückgeht und dem Masseneinheitsbrei weicht, hier aber ist das anders. Wir sind begeistert und wünschten uns so etwas auch zu Hause – geht aber nicht. Wir haben leider kein Meer vor der Tür. Aber mit so einer Markthalle wäre der tägliche Einkauf für das Abendessen einfach. Da könnte ich ohne Idee, was ich kochen würde, losgehen und mir würde sofort vor Ort etwas einfallen. Ganz billig ist es hier nicht, da merkt man dann auch den Touristenmagnet Malaga.

Um die Markhalle herum finden sich überall kleine Lokale, die das Angebot auf dem Markt gleich kulinarisch aufbereiten. Nach etwas Wartezeit ergattern wir auch einen Tisch in der prallen Sonne. Wir wollen aber nicht klagen, nachdem wir am Morgen noch im tiefen Nebel steckten.

So verbringen wir den ganzen Tag mit herumnaschen und -lungern in Malaga, ein paar Regengüsse gibt es auch, die aber nur kurz anhalten. Das Restaurant für den Abend haben die Mädels ausgesucht. Dort treffen wir uns um halb neun. Auch das letzte Mal spanisches Essen ist wieder ein Genuss, wir werden es vermissen. Danach bleibt nur noch der Weg zurück ins Hotel und die Verabredung für den Morgen. Dann geht es ein letztes Mal in ein Parkhaus, dann zum Flughafen und dann zurück nach Prag.

Jens

Er fotografiert und manchmal schreibt er auch.

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