Es ist Mittwoch nach Ostern. Die Semana Santa haben wir hinter uns gelassen, der Besuch in andalusischen Städten geht weiter. Heute ist der zweite Tag in Sevilla, das Wetter ist so lala, aber wir lassen uns davon nicht abschrecken. Den Morgen haben wir mal für alle freigegeben 😉, unser Wecker klingelt um neun, da sind wir aber beide schon wach. Ich habe mich dem Schreiben der Texte für den Blog gewidmet, Jens hatte schon am frühen Morgen einen arbeitsbedingten Anruf. Nach dem Frühstück wollen wir ein wenig durch jüdische Viertel stromern, Leonie kommt mit, Maya kuriert ihre Erkältung (und unsere touristische Überforderung) aus.
Halb drei treffen wir uns aber alle wieder, um zum Treffpunkt für unsere Kathedralbesichtigung aufzubrechen. Immerhin soll sich das viele Geld, das wir einer Agentur in den Rachen geschmissen haben, auch lohnen. Von einem Guide mit Schirm werden wir an allen Schlangen vorbei zum Fuße der Giralda gelotst. Ab dann sind wir freie Menschen mit einem Audioguide. So frei, wie man ist, wenn man in einer Schlange anderer Menschen auf einen hohen Turm läuft. Aber am Ende lohnt es sich immer. Mit ein ganz klein wenig warten ist es uns min allen Himmelsrichtungen gelungen, einen Blick auf Sevilla zu erhaschen. Die Stadt ist echt schön und auf jeden Fall immer wieder eine Reise wert. Wir waren ja schon einige Male hier. Zurück in der Kathedrale schaut sich ein jeder von uns das an, worauf er gerade Lust hat, dem Audioguide sei Dank! Keinesfalls zu übersehen ist für alle dabei das Grab des Kolumbus, der hier, wie es sein Wunsch war, nicht in spanischer Erde ruht.
Danach müssen wir „Alten“ unbedingt etwas essen, die beiden jungen Damen kommen später dazu und wir besprechen, was wir weiter machen wollen. Da es zum Zeitpunkt des Besichtigungstermins in der Kathedrale recht sonnig war, war nicht jede*r von uns wettergerecht gekleidet, sodass wir uns erst nochmal zum Hotel aufmachten. Etwas wärmer angezogen ging’s dann wieder zurück und in eine Kutsche. Diese fuhr mit uns einmal durch die sehenswerten Gegenden der Stadt, der Kutscher erklärte uns immer wieder mal einige Sehenswürdigkeiten und nach einer Stunde war das Erlebnis auch schon wieder Geschichte.
Unser Zettel für den Tag war aber noch nicht ganz abgearbeitet. Im Eilschritt machten wir uns auf den Weg zum Plaza de la Encarnación. Dort befinden sich die „Setas de Sevilla“, eine Hybridkonstruktion aus Holz, Beton und Stahl, welche an Pilze erinnert. Sie wurden von 2004 bis April 2011 gebaut und gelten als die größte Holzkonstruktion der Welt. Für 18:30 Uhr hatten wir noch Tickets ergattert und gerade pünktlich erreichten wir den Ort unseres Begehrens. Leonie kennt diese Konstruktion sogar aus ihrem Studium und wie wir nun wissen, kann sie die Pilze nun von ihrer Bucketlist streichen.
Den Abend beschlossen wir in der Tapas-Bar, in der Jens und ich schon vor vielen Jahren einmal aßen. Uns zog es dann noch mal in die Piana-Bar und die „Mädels“ ins Bett.
