Heute ist der letzte Tag unseres Aufenthaltes auf der Belle-Île und damit auch das Ende unseres Insel-Hoppings. Vorgestern brachte uns die Fähre zuverlässig hierher, nicht ganz so zuverlässig war die Anreise zum Hafen auf Quiberon. Eigentlich hatten wir reichlich Zeit eingeplant und es sollte auch noch einen Stopp in der Guérande geben. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, müssen unsere Salzvorräte zu Hause dringend aufgefüllt werden und wo geht das besser als direkt dort, wo es gewonnen wird.1
Nun standen wir schon auf der Île de Ré das erste Mal im Stau und ziemlich bald stellte sich heraus, dass wir die Guérande erst einmal streichen müssen. Jens war wie immer zuversichtlich, dass wir alles gut schaffen, ich war beim Blick auf die Ankunftszeit etwas nervös, näherte diese sich doch zuverlässig der Abfahrtszeit der Fähre. Zum Glück hatten wir am Morgen vor der Abfahrt am Auto die Fahrradtaschen schon neu gepackt und einen Parkplatz fürs Auto hatte ich auch schon ausgesucht.
Nach einer 50minütigen Überfahrt haben wir uns auf den Weg in den Norden der Insel gemacht. An den Anstiegen merkten wir schon, dass wir mit ordentlich Gepäck unterwegs waren, aber wir haben ja zum Glück Unterstützung beim Treten. Unsere „Wirtin“ Sandrine erwartete uns schon, wollte sie uns doch gern alles selbst zeigen und erklären. Da es hier neben den Chambre d’hôtes auch noch ein Restaurant gibt, ist sie abends dort eingespannt und hat keine Zeit mehr. Aber hat ja alles gut geklappt. Fürs Abendessen hatten wir in Sauzon schon was reserviert, das war auch gut, denn es war ja Samstag.2
Gestern haben wir uns dann ein bisschen auf den Weg über die Insel gemacht. Unser erster Anlaufpunkt war Bangor. Sandrine hatte uns begeistert vom dortigen Markt erzählt und von Ina und Tobias wussten wir das auch schon, da sie ganz in der Nähe im letzten Jahr für eine Woche gewohnt hatten. Den Markt haben wir ausführlich beschnuppert und im Literaturkaffee gab’s für uns auch noch einen Kaffee. Dann führte uns der Weg weiter zum Phare de Goulphar und zu den dahinter befindlichen Aiguilles de Port-Coton. Das ist alles sehr schön, wenn auch im derzeit ausschließlich gleißendem Sonnenlicht alles recht konstrastarm. Die „Stürmische Schöne“ können wir uns derzeit nur schwer vorstellen.
Langsam stellte sich bei uns ein Hüngerchen ein und wir machten uns wieder auf den Weg nach Sauzon, ist ja hier alles nicht so weit. Dort gab es dann das erste Mal in diesem Urlaub das obligatorische Mittagessen in einer Crêperie (Galette, Crêpe und Cidre), sind wir doch nun auch endlich in der Bretagne angekommen.3 Dann gab es einen kleinen Mittagsschlaf und einen Besuch am Phare des Poulains.
Der heutige Tag verlief in etwa ebenso, nur das wir diesmal Le Palais besuchten. Dort gab es für uns ein paar Petit Café, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Sauzon machten. Nur die Crêperie war dann eine andere. Heute Abend haben wir’s gut, wir müssen nur durch die nächste Tür ins Restaurant. Der Besuch wurde schon vor über einer Woche reserviert, das Restaurant ist gut besucht. Vielleicht gibt es dann noch einen Abstecher zum Leuchtturm, um den Sonnenuntergang zu genießen, wir werden sehen.
Morgen geht’s dann zurück aufs Festland, nach einem Besuch in der Guérande wartet unser Ferienhaus in Concarneau auf uns. Die Inselabenteuer sind abgeschlossen. Uns hat es auf der Île de Ré am besten gefallen, obwohl die anderen beiden Inseln auf jeden Fall auch sehr schön waren. Vielleicht war es die Unterkunft direkt am Hafenbecken mit dieser ganz besonderen Stimmung, wenn man das Fenster aufhatte. Keine Ahnung!
Das beste an der Belle-Île waren auf jeden Fall die nächtlichen Temperaturen, endlich wieder mal durchschlafen und dabei auch noch frische Luft genießen.
- Zurecht kann sich die Leser:in fragen, ob dies nicht ganz schön dekadent ist. Das wäre es ganz bestimmt, wenn wir das Salz auf anderem Wege importieren würden. Wir nehmen es aber nur dort mit, wo es dem Meer abgerungen wird. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, beim Kochen Gros sel oder beim Garnieren Fleur de Sel zu benutzen, tut sich allein beim Portionieren schwer damit, etwas anderes zu benutzen. Das hat rein gar nichts mit Geschmack zu tun, es ist auch nur NaCl. Aber die Optik, die Textur und damit das Gefühl auf der Zunge ist ein anderes. Wer einmal versucht hat, einen Fisch im Salzmantel in etwas anderem als Gros sel zuzubereiten (Fleur de Sel ginge auch, wäre nur schade darum) weiß wovon hier geschrieben wird, weil er oder sie Hammer und Meißel benutzt haben wird. Das Vergnügen des Imports ist übrigends ein günstiges: 1kg = 1€ (Jens) ↩︎
- Dass es am Ende genau jenes Restaurant auf der Mole mit dem Leuchtturm am Ende war, auf dem Kommissar Dupin im zweiten Fall war, ist purer Zufall. (Jens) ↩︎
- Ich fühle mich schon fast als Verräter, wenn ich außerhalb der Bretagne schon einen Crêpe gegessen hatte. Und tatschlich beschlich mich dabei jedes Mal das Gefühl, dass dieser dann nicht ganz frisch gemacht worden war. (Jens) ↩︎
