Die Tage in der Bretagne sind wie im Flug vergangen, auch wenn wir nicht täglich irgendwelchen Zeitplänen hinterher gehechtet sind. Ganz im Gegenteil: Wir haben uns diesmal treiben lassen, von dem, was wir nochmal machen wollten oder was dann doch erstmals auf unserem Plan stand. Das war dann gar nicht soviel.

Am Freitag haben wir ausgiebig den Markt in Concarneau (Konk Kerne auf bretonisch) besucht, am Ende gar nicht viel gekauft, weil wir ja immer wussten, dass wir es auch konsumieren müssen. Zusätzlich zu den Lebensmitteln fürs Abendessen sind dann nur noch Zwiebeln aus Roscoff in unsere Einkaufstasche gesprungen, die halten sich auch bis Dresden. Jens war am Fischstand mal wieder deprimiert, sowohl wegen des Angebots im Vergleich zu den Möglichkeiten bei uns zu Hause und auch wegen der dafür aufgerufenen Preise. Wir kamen uns mit unseren beiden Wolfsbarschen für €4,53 (nicht pro 100 Gramm, sondern für beide Fische zusammen!) ein bisschen unterversorgt vor, wechselten doch um uns herum Seehechte um zwei Kilogramm herum den Besitzer oder auch Seeteufel in ähnlicher Größe. Die Einwohner machten wohl ihren Wochenendeinkauf am Fischstand.

Danach ging’s mal wieder in die Ville Close, die Altstadt in Concarneau. Dort hatten wir am ersten Tag schon festgestellt, dass es gute Regenjacken gibt und das war ja eines meiner erklärten Urlaubsziele, eine neue Regenjacke aus der Bretagne. Zusätzlich mit ein paar Shirts und einer Jacke für Jens hatten wir unser Tagesziel also erreicht. Da konnte dann auch noch ein Galette und ein Crêpe in uns selbst hüpfen. Den Nachmittag verbrachten wir mit Nassmachen im Pool und Lesen.

Ähnlich verliefen die nächsten beiden Tage. Am Samstag sind wir in eine Cidrerie gefahren, dessen Getränk uns bei den zahlreichen Verkostungen überzeugt hatte und im Anschluss mussten wir unbedingt noch an den Belon, sollte es hier doch die besten Austern geben (was mit ja eigentlich völlig schnuppe ist). Der Ort der Verkostung war dann aber auch für Nicht-Austern-Esser sehenswert und es gab auch leckeres Rilletes.

Am nächsten Morgen sind wir mit dem Fahrrad in die Kirche in der Innenstadt gefahren und wir hatten richtig schönes, bretonisches Wetter 😉. Es war grau, ein bisschen windig und es hat genieselt. Was für ein Genuss nach den Tagen der Hitze. Wenn ich es mir hätte aussuchen können, wäre das auch mein Wunsch für den nächsten Tag gewesen, aber man kann ja nicht zu viel verlangen. Die Bretonen sollten mal anfangen, darüber nachzudenken, was das mit den Regenjacken, den Schirmen und vor allem den vielen Worten für Wetter so auf sich hat. 

Am Sonntagabend hatten wir einen Tisch im L‘Amiral reserviert, wer die Romane von Jean-Luc Bannalec kennt, weiß, dass sich das ein oder andere Mal 😁auch in diesem Restaurant getroffen wird. So haben wir die Atmosphäre mal in uns aufgenommen, festgestellt, dass Bannalec in der Bretagne (zumindest von der Gastronomie- und Hotelbranche) sehr wohl gelitten ist. Er wurde sogar zum Mäzen derselben erklärt. Beim Essen fiel es uns dann nicht schwer, auf das Dupin-Menue zu verzichten, die anderen Speisen schmeckten auch sehr gut.

Am Montag, unserem letzten vollen Urlaubstag in Concarneau verschlug es uns erstmal wieder auf den Markt und dann sind wir noch ein bisschen an der Atlantikküste langgeradelt, bis wir zu einer Austernzucht 🤣🤣🤣kamen. So gab’s diese nun ein letztes Mal in diesem Urlaub für Jens, bevor wir wieder ins Ferienhaus radelten. Am Nachmittag war dann schon ein bisschen packen dran, bevor wir uns am Abend nochmal aufs Rad schwangen. Diesmal war es ein Restaurant mit Blick auf die Ville Close und was soll ich sagen, es war ausgesprochen lecker. Ein guter und würdiger Abschluss.

Gestern haben wir dann die längste Fahretappe unserer Rückreise hinter uns gebracht und sind fast ohne Zwischenstopp (nur mal zum Laden des Autos und der Menschen 😉) bis nach Paris durchgefahren. Hier haben wir ein schnuckeliges Hotelzimmer im Herzen der Stadt bezogen und sind dann wenigstens noch zu Notre Dame gelaufen.

  • Notre Dame

Eva

Sie schreibt und immer häufiger fotografiert sie auch.

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