Für den samstäglichen Morgen hatten wir uns für 8:00 Uhr verabredet, um uns ein Frühstückslokal zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht einmal die Sonne über den Horizont geklettert. Unsere beiden Mitreisenden sahen etwas zerknittert aus, scheinbar war ihre Nacht nicht so erholsam wie unsere. Das Frühstück war spanisch mit großen Toastscheiben, Olivenöl, Spiegelei und für die einen gab’s queso und für die anderen jamón. So gesättigt konnten wir dann unserem Zuhause auf Zeit Adieu sagen und stiegen wieder hinab Richtung Auto.

Es gab dann noch einen kleinen Abstecher, um Ronda mal von unten zu sehen, die Fotos dazu machte Jens schon vor vierzehn Jahren:

Dann machten wir uns auf den Weg zur Lagune der „Erdbeerhühner“. In Andalusien gibt es die größte Population von Flamingos auf dem europäischen Kontinent und die wollten wir uns anschauen. Heute gab’s da auch richtig viele zu sehen. Als wir 2012 schon mal hier waren, hatten die Flamingos ihr Quartier wahrscheinlich noch in Afrika…

Über Antequera, wo wir letztendlich nur zu Mittag gegessen haben, sind wir dann auf direktem Weg nach Granada gefahren. Wir wussten, dass es für die Zufahrt zum Parkhaus eine Deadline gab, da die Straßen dann wieder für die Prozession gesperrt werden. Das haben wir alles gut geschafft, es gab am Ende auch ein ausreichend großes Taxi für uns 4 und unser Gepäck und wir wurden in unser Hotel am Fuß der Alhambra kutschiert. Das Viertel Albaicín, in dem wir wohnen, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und darf von Privatfahrzeugen nicht befahren werden. Das ist auch gut so, denn es ist reichlich von Menschen überlaufen.

Nach einem Schläfchen für die einen und duschen für die anderen haben wir uns dann auf den Weg durch Granada gemacht. Hier ein bisschen was essen und dort noch ein Eis, so ließ es sich aushalten. Das eigentliche Ziel unseres Tages, die einzige Prozession am Karsamstag anzuschauen, haben wir bald entnervt aufgegeben. Die Straßen waren unfassbar voll und wir konnten im Grunde genommen nichts sehen. Wie schön war es bloß in Ronda, wo wir immer in der ersten Reihe stehen konnten. Wir beide haben ja schon die ein andere Prozession während der Semana Santa in den rückliegenden mehr als 25 Jahren in Spanien erlebt. Wie wir heute feststellen, waren es aber immer kleinere Orte. Und das war gut so, wie wir seit heute wissen. Hier in Granada kommt uns das mehr wie ein Schauspiel vor, weniger wie eine tiefe Tradition. Bestimmt tun wir damit den granadés aber unrecht.

Nichtsdestotrotz ist Granada eine unfassbar schöne und besonders zur Zeit sehr wuselige Stadt. Wir werden uns hier noch vieles ansehen. Jens und Leonie beginnen vorsichtshalber gleich noch heute Abend mit dem Blick auf die Alhambra vor den schneebedeckten Bergen der Sierra Nevada. Man weiß ja nie, ob das Wetter morgen noch genauso schön ist. Für diesen once-in-a-lifetime-view hat Jens drei Versuche gebraucht, Leonie schafft das gleich beim ersten Mal 🤪 Das rechtfertigt den Aufstieg auf den Mirador de San Nicolas im Albaicín, dem alten maurischen Viertel der Stadt.

Heute gibt es für uns hoffentlich noch ein Abendessen und mit etwas Glück danach die Osternacht in der Kathedrale. Aber ob wir dort reinkommen, steht noch in den Sternen.

Eva

Sie schreibt und immer häufiger fotografiert sie auch.

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