Man glaubt es kaum, aber wir haben nun bereits den dritten Tag in Folge mehr als 40 Grad 🥵. Was, zum Geier, mache ich eigentlich hier? Die Antwort ist ganz einfach: Außer schwitzen, nicht viel.


Vorgestern sind wir nach einer, für unsere diesjährigen Verhältnisse, doch recht langen Fahrt, am Abend auf dem von uns ausgesuchten Weingut angekommen. Zuerst mussten wir mal unter die Dusche und dann durften wir uns direkt in den gemütlichen Innenhof zum Abendessen setzen. Das war, trotz der Hitze, gut auszuhalten und vor allem ein großer Genuss. Der passende Wein kam natürlich direkt vom Hof. Die Nacht war warm, aber dank Ventilator irgendwie zu ertragen.
Gestern haben wir dann erstmal rausgefunden, was bei diesen Temperaturen in einer Stadt wie Bordeaux möglich ist und sind in einem alten U-Boot-Bunker gelandet. Dort gibt es eine tolle Kunstinstallation „Bassin des Lumières“. Wir haben uns für die Unterwasserwelt unseres Planeten entschieden, gigantisch – auf dieser weltgrößten digitalen Projektionsfläche. Das war dann wohl eine der wenigen Möglichkeiten, mit diesem nazideutschen Bau irgendetwas Sinnvolles zu machen. Sprengversuche scheiterten hier ebenso kläglich wie in Prora auf Rügen.

Nach diesem noch nicht ganz so heißen Tagespunkt haben wir uns dann doch auf den Weg ins Zentrum von Bordeaux gemacht und in der Nähe der Basilika Saint-Michel etwas zu Mittag gegessen. Das waren dann aber schon die Höhepunkte des Touristischen, eigentlich zog es uns wieder zurück aufs Weingut und dort dann nach einer Dusche direkt in den Pool.
Da wir es am ersten Abend zeitlich nicht mehr geschafft hatten, uns der Weinverkostung anzuschließen, war diese fest für gestern eingeplant. In der alten Kapelle wartete schon einer der Söhne des Inhabers auf uns und nahm uns mit in die Geschichte des Weingutes. Außerdem konnten wir 6 Weine verkosten, die Rotweine hatten es bei der Hitze nicht ganz einfach und mussten auch erst einmal in den Kühlschrank 😳.

Dann gab’s wieder das abendliche Essen im Innenhof und alle Gäste und Familienmitglieder wollten nicht in die Innenräume. Diese waren zwar von dicken Mauern geschützt, aber da sie nun auch die Wärme durchgelassen hatten, war es wahrlich kein Vergnügen, die Zeit drinnen zu verbringen. Wenigstens zum Sauerstoffaustausch wurde in der Nacht das Fenster geöffnet. Der Ventilator gab sein bestes um die Luft zu rühren.

Nach einem letzten Frühstück heute morgen machten wir uns wieder auf den Weg nach Bordeaux. Für heute hatten wir uns La Cité du Vin ausgesucht, ein großes Museum mit der Möglichkeit der Verkostung oder von Wein-Workshops. Wir haben uns für Museum, Verkostung und Restaurant entschieden, damit wir so lang wie möglich in klimatisierten Räumen bleiben konnten 😉. Das Museum ist allerdings ein wirklicher Schatz, es ist großartig konzipiert und mit Audioguide auch toll zu besuchen. Locker hätten die Texte für 4-5 Stunden gereicht, aber nach 2 Stunden ließ zumindest meine Aufmerksamkeit spürbar nach.

Am Nachmittag sind wir zu unserer neuen Unterkunft gefahren, ein Chambre d’hôtes auf einem anderen Weingut und – yippiehhh! – mit Klimaanlage. Da konnten wir ein bisschen runterkühlen, bevor wir zum Abendessen wieder in die heiße Stadt fuhren. Das Restaurant war super, aber eigentlich, ganz eigentlich, war es für alles zu heiß. Am Miroir d’eau, zu dem wir eigentlich wollten, gab’s heute auch keine Spiegelbilder, sondern nur Menschen, die das lauwarme Wasser zum Erfrischen nutzten.

Eva

Sie schreibt und immer häufiger fotografiert sie auch.

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