Obwohl wir extra zwei Wecker gestellt hatten, damit wir pünktlich sieben Uhr Richtung Fähre aufbrechen können, brauchten wir keinen davon. Irgendwie wirken die drei Stunden Zeitverschiebung noch in uns und so kamen bereits vier Uhr irgendwas erste Fragen nach der Uhrzeit. Jens hatte zu diesem Zeitpunkt schon alles mitgenommen, was wir auf dieser Reise eigentlich vermeiden wollten und begann entsprechend schon den dritten Urlaubstag mit Durchfall. Alles nicht so schlimm, immerhin sind wir vorbereitet und im Gegensatz zu Ägypten wirken hier auch die heimischen Tabletten. Ich habe mich trotzdem geärgert, denn es muss ja nicht unbedingt sein, dass man ein Carpaccio aus rohem Thunfisch ist und nebenbei immer noch verkündet, dass man ja gegen so was „immun“ sei 🤦🏽‍♀️.

Unser „Herbergsvater“ hatte kurz vor sieben ein Einsehen mit uns und so gab es zwar kein Frühstück, dafür aber einen Kaffee. Der Himmel wiederum hatte kein Einsehen und öffnete pünktlich zu unserer Abreise alle Schleusen, so dass wir allein vom Verstauen der Koffer im Auto schon mal ordentlich nass waren. Die kurze Fahrt zur Fähre haben wir in weniger als fünf Minuten hinter uns gebracht und diesmal wartete tatsächlich auch schon unser Autovermieter auf uns. Das Ausladen der Taschen und das Unterstellen in der Wartehalle führte allerdings dazu, dass Jens nun mittlerweile tropfnass war. Zum Glück war es eine Fähre und kein Flugzeug, so konnten schnell noch trockene Sachen und die Regenjacken rausgesucht werden. Der Weg aufs Schiff konnte dann schon wieder trockenen Hauptes, aber nicht trockenen Fußes zurückgelegt werden. Die Fähre fuhr pünktlich los und die Überfahrt erinnerte mich mächtig an unsere Reise mit Magda und Elio von Teneriffa nach La Gomera. Jens hat dann einen Platz hinten und draußen gewählt und so ganz heldenhaft die Fährfahrt überstanden.

Auf Santo Antão stand dann tatsächlich ein Mensch mit einem Schild, auf dem unsere Namen standen. Allerdings war der Autoverleih diesmal direkt daneben, also unmöglich zu übersehen 🤨. Nachdem die Kunden vor uns endlich alles ausdiskutiert hatten, bekamen auch wir unser Gefährt, einen kleinen eckigen Suzuki Jimny, sowas wollte Jens schon immer mal fahren. Das ist quasi so etwas wie ein Landrover, aber im Maßstab 1:2. Die Lautstärke ist kein Problem, da wir uns mit den Knien die Ohren zuhalten können.

Jetzt mussten wir nur noch die ca. 50 Kilometer von der Fähre bis zu unserer Unterkunft überwinden. Empfohlen wird eigentlich die Fahrt durch die Berge, durch den anhaltenden Regen der letzten Tage wurde aber diesmal dringend davon abgeraten. So haben wir uns auf den Weg an der Küste entlang gemacht, konnten live bestaunen, wie viele Steinschläge es in den letzten Tagen gegeben hatte und gleichzeitig durften wir ich erleben, wie schnell die Inselbevölkerung auch alles wieder geräumt hat. Wir sind durch mehr Furten gefahren als jemals in Island, aber wir hatten ja das entsprechende Auto und da konnte nun auch niemand etwas beschleunigen.

Irgendwann fand Jens diesen Tag dann doch noch zum Ko…. 🤮😂, so dass wir, als wir nach zweistündiger Anreise im Mamiwata Eco Village ankamen, den Rest des Tages mit Schlafen und Regenerieren (Jens) bzw. mit Schlafen und Essen (ich) verbrachten.

Das Abendessen haben wir dann wieder beide zu uns genommen, ich diesmal deutlich mehr als mein Mann. Dieser ist dann auch schon beizeiten vom Tisch aufgestanden, um wieder zu schlafen 😴. Ich habe noch der schönen Musik gelauscht, die das Abendessen begleitet hat und bin später zum Rauschen des Meeres auch eingeschlafen. Hoffen wir mal, das Jens seinen morgigen Geburtstag wieder auf den Beinen und mit einer Inselbesichtigung verbringen kann.

Eva

Sie schreibt und immer häufiger fotografiert sie auch.

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