Teil 1 unserer Insel-Hopping-Tour wird die Île d’Oléron sein, die auch „Mimoseninsel“ genannt wird. Am Morgen verlassen wir unser gut klimatisiertes Hotel, beladen das Auto mit Taschen und Fahrrädern und machen uns auf den Weg gen Norden. Unser Auto verlangt bei der Hitze auf der Strecke zweimal nach Strom. Zu kalt ist für die Akkus genauso schlecht wie zu warm. Das ist hier in Frankreich aber wirklich kein Problem. Mindestens alle 50 Kilometer gibt es gut ausgebaute Ladeparks. Unsere EnBW-Karte hat uns auch noch nicht im Stich gelassen, das ein oder andere Mal ist es uns sogar gelungen, ein paar Cent zu sparen, indem wir direkt bezahlt haben.
Für uns hatte ich ein kleines Dorf ein paar Kilometer vor der Insel ausgesucht. In Mornac-sur-Seudre hätte die Möglichkeit bestanden, einen wirklich schönen Bummel zu machen. Schon der Ausstieg aus dem Auto war eine reine Qual, da wir uns vorkamen, als würden wir von einem heißen Fön angepustet. Am Ende machten wir einen kurzen Trip durch den Ort, nur um dann schnell in einem Restaurant unter einem Baum im Schatten einen Crêpe zu verzehren. Danach sind wir noch ein bisschen durch die glühende Hitze gelaufen, um wenigstens ein paar der bunten Austernhütten anzuschauen.
Auf der Insel angekommen war dann auch relativ schnell klar, dass die Idee, auf einer Insel im Atlantik könnte es kühler sein, eine Mär aus alten Zeiten ist. In unserem, zugegeben sehr schönen, Zimmer mit Blick aufs Meer empfingen uns nette 31°C und ein Ventilator. Das war dann sogar für mich der Punkt, wo ich nur noch ins Meer wollte. Das sorgte dann kurzfristig für Abkühlung und ansonsten ist 3x am Tag duschen hier gerade das Minimum.
Der zweite Tag begann mit einem Ritual, welches wir normalerweise so in der Mitte des Urlaubs begehen. Da wir aber über die Maßen viele T-Shirts gebraucht haben, ging’s am Vormittag erst einmal in eine Laverie. Diese war schön gekühlt und entließ uns nach einer Stunde mit frischer, duftender Wäsche.
Danach besuchten wir zwei kleine, wirklich sehenswerte Städtchen mit schicken bunten Künstlerhäusern. Im ersten gab es sogar noch eine „Austernbude“, wo wir das Mittagessen einnehmen konnten. Zum Glück gibt’s ja immer auch irgendwelch anderes Meeresgetier für mich.
Ansonsten hüpften in den Künstlerhütten ein paar Kleinigkeiten in meine Tasche und am Ende gab es auch noch einen neuen Einkaufskorb, diesmal Upcycling aus Austernkörbern. Insgesamt war aber auch hier wieder alles nur warm und so richtig Spaß macht es dann irgendwie doch nicht.
Den Abend beschlossen wir dann in einer Muschelfarm, die Jens schon vorher entdeckt hatte. Dort werden die Muscheln nach Art „l’églade“ über Piniennadeln geröstet und das musste natürlich probiert werden. Vorher gab es noch eine Portion Schwertmuscheln vom Grill.
Für den dritten Tag hatte ich entschieden, dass es irgendeinen Grund geben muss, warum wir die Fahrräder durch die Gegend transportieren. So klingelte der Wecker zum Nationalfeiertag der Franzosen schon mal halb 8, damit wir noch bei erträglichen Temperaturen aufs Rad kamen. Ziel war der Phare de Chassiron. Bis zum Leuchtturm waren die Temperaturen noch ganz gut aushaltbar, anhalten war allerdings nie eine gute Idee. Die Insel ist für Räder gut erschlossen, aber irgendwie sind die Radwege nicht die besten. Aber immerhin muss man sich nicht mit den Autos die Straße teilen. Der Rückweg führte uns noch über einen Markt in einer kleinen Stadt, der natürlich auch wieder einen Austernstand im Angebot hatte. Kann man davon eigentlich zu viele essen?
Am Abend werden wir in den kleinen Ort hier zum Abendessen fahren. Vielleicht sehen wir ja auch ein Feuerwerk, wobei viele wegen der Hitze und der zu hohen Brandgefahr schon abgesagt wurden. Morgen geht dann das Insel-Hopping weiter.
