Am Morgen verabschiedeten wir uns von Paris. Für das Ende unserer Frankreichreise hatten wir noch einen Stopp in der Champagne eingeplant, dieses Mal in Reims. Dort hatten wir nach längerer Recherche noch eine Führung in den Champagnerkellern von Taittinger ergattert. Nicht, dass wir scharf auf den Champagner waren, der ist am Ende mit „abgefallen“. Das eigentlich Spannende für uns sind die Kreidehöhlen. Die haben schon die Römer angelegt und verwandelten das ganze Kreideplateau unter Reims in einigen riesigen Schweizer Käse. Am Querschnitt der Höhlen orientiert sich auch die Form der Champagnerflaschen, das konnten wir schön sehen.
Die Führung war interessant, informativ und vor allem kühl. Den Champagner verkosteten wir auch. Er gehörte sicherlich zu gehobeneren Varianten dieser Art Getränke, uns liegen sie aber einfach nicht. Im Grunde beginnt es schon mit der Selbstdarstellung der Weinbauregion Champagne. Das ist für uns symphatisch, solange die Trauben an der Rebe hängen, danach wird ein Klientel adressiert, das, vereinfacht gesagt, immer Schlips und Kragen trägt und im Porsche oder Ferrari vorfährt – nicht unsere Welt. Da ist uns der Winzer in der Dordogne lieber. Dessen Spitzenprodukt spielt rein preislich in der gleichen Liga. Bei beiden kann man sich fragen: Muss das sein? Nein muss es nicht! Wenn es aber sein müsste, dann ohne Kohlensäure.
Den Abend ließen wir nach einem letzten französischen Essen an der Kathedrale von Reims ausklingen. Wir kennen ja inzwischen viele solcher gotischen Bauwerke in Frankreich: das höchste in Amiens, das vollkommenste in Châtres, das bekannteste in Paris, hier aber in Reims steht die wohl bedeutendste dieser Kathedralen. Hier wurden die französischen Könige gekrönt. Diese Tradition lässt sich bis auf Clovis zurückverfolgen. Clovis? Wir kennen ihn besser unter seinem fränkischen Namen Chlodwig. Da war doch was! Genau, damit begannen wir vor mehr als 4 Wochen. Die wunderbare halbstündige Lichtinstallation verarbeitete auch dieses am Portal das Bauwerks – Wow!
