Der vierstündige Flug von Lissabon bis São Vicente war ruhig, leider war außer Wolken nicht viel zu sehen. Platz hatten wir genug, das Flugzeug war bestenfalls halbvoll. Der Flughafen ist gerade zu niedlich. Wir kennen zwar noch kleinere, bspw. in Port Hardy, aber hier erwacht das Leben, wenn 11:30 Uhr ein Airbus A320 aus Europa kommt.

Vor der Einreise werden die Ankommenden ersteinmal separiert in jene, welche die Online Registrierung (so etwas ähnliches wie ESTA, aber viel einfacher) schon durchgeführt haben und jene, die das bisher nicht getan haben. Für uns war die Einreise an einem Automaten, wo ein freundlicher kapverdischer Beamter noch jedem zeigte, wie er seinen Pass aufzulegen hatte, somit schnell erledigt. Das Gepäck kam auch irgendwann. Ich war schon leicht in Panik, aber irgendein Gepäckstück muss auch das letzte sein. Dieses Mal war es eines von unseren.

In der Ankunftshalle, die sich von der Größe nicht viel von unserem Wohnzimmer unterscheidet, sollten wir erwartet werden. Das klappte aber irgendwie nicht. Wir standen ein bisschen dumm rum, nirgends ein Schild mit unserem Namen. Also holten wir ein wenig Geld und nahmen uns ein Taxi. Ich war ein bisschen angepisst, muss mich aber wohl noch an die Lebensweise bei diesen Temperaturen gewöhnen.

In unserer Unterkunft wurden wir alsgleich auch mit der Information empfangen, unser Flugzeug sei wohl zu zeitig angekommen (dabei war das nur super pünktlich) und unser Auto würde uns nun direkt hierher geliefert. Wahrscheinlich war der örtliche Guide nicht auf uns vorbereitet. Wir stehen nicht lange irgendwo herum und warten ob Godot, oder wer auch immer kommt – nein, wir handeln. Im Normalfall wären wir sowieso selbst organisiert unterwegs und kennen das gar nicht anders. Für diesen Urlaub wollten wir aber den Aufwand in der Vorbereitung etwas minimieren.

So machten wir noch einen Taxifahrer glücklich und bekamen unser Auto für die nächsten zwei Tage jetzt quasi ans Hotelbett geliefert. Soweit, so gut. Nach dem Erledigen aller Formalitäten machten wir uns auf den Weg in die „Innenstadt“. Sonntags ist hier aber wirklich tote Hose und so suchten wir uns nach dem Einsetzen eines ersten Regenschauers – wir sind ja am Ende der Regenzeit – ein Restaurant. Das Essen war okay, aber während unseres Aufenthaltes hat Petrus von oben richtig Gas gegeben. Als wir wieder Richtung Unterkunft wollten, schwammen die Autos mehr oder weniger auf den Straßen und wir suchten uns mühevoll einen Weg. 

Nicht ganz trockenen Fußes haben wir unsere Residence erreicht, jetzt mussten wir dringend schlafen. Die drei Stunden Zeitunterschied machen sich neben der Urlaubsreife auch noch bemerkbar. Am Abend wird dann pünktlich 18.30 Uhr die Sonne ausgeknipst, morgen früh 6:30 Uhr kommt sie zurück 😉.

Für uns hat es noch zu einem Abendessen in einem Musikrestaurant und jetzt einem Wein auf unserer Terrasse gereicht. Lange werde ich dann wohl nicht mehr durchhalten.

Eva

Sie schreibt und immer häufiger fotografiert sie auch.

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