Endlich Ferien! So könnte wohl die Überschrift jeder unserer Reisen heißen. Nach arbeitsbedingt super anstrengenden letzten Wochen werden wir uns nun eine 14tägige Auszeit nehmen. Unser Reiseziel unterstützt das in vielerlei Hinsicht. Es ist heiß und schwül, so dass wir uns gar nicht so viel bewegen wollen. Auf der anderen Seite ist es neu und interessant, so dass wir so viel wie möglich sehen wollen.
Zuerst hieß diese Reise „Nordostpassat“, warum? Wie jede:r weiß, erwärmt sich Luft in den tropischen Breitengraden schneller als anderswo und steigt rasch nach oben. Irgendwo müssen diese Luftmassen herkommen. Sie werden von den Polen herangeführt. Diese, durch den Luftmassenaustausch entstehenden Winde, nennen wir Passat. Und weil sich unser Planet glücklicherweise dreht und damit Coriolis-Kräfte wirken, werden diese Luftmassen abgelenkt und strömen nicht von Norden kommend zum Äquator, sondern aus Nordosten kommend. Auf der Südhalbkugel entsprechend genau anderes herum. Und was hat das jetzt hiermit zu tun?
Wir reisen in die Tropen, genauer an den Übergang von der Sahel-Zone in die Tropen, zu den Inseln über dem Wind, genau dorthin, wo man den Nordostpassat spüren kann. Wir sind inzwischen etwa 1000 Kilometer vor der afrikanischen Küste angekommen. Bis kurz vor der letzten Fussballweltmeisterschaft kannten das Land nur wenige, jetzt sind es einige mehr. Wir haben das Land seit bestimmt schon 15 Jahren auf dem Schirm, spätestens seit dem wir auf den Azoren waren. Immer kam etwas anderes dazwischen oder wir schreckten vor dem Organisationsaufwand etwas zurück. Jetzt haben wir selbigen Aufwand komplett an das Reisebüro „Reisen mit Sinnen“ abgegeben und nun sind wir mal gespannt, ob wir immer einen Flug, eine Fährfahrt, ein Auto und vor allem ein Bett auf den vier Inseln der Kapverden bekommen, welche wir besuchen wollen.
Wir waren ganz entspannt Richtung Berlin gestartet und dort mit ein wenig Verspätung in den Flieger nach Lissabon eingestiegen. Unser Hotel lag direkt am Flughafen, in 5 Minuten zu erreichen, das war dann auch für den Weiterflug ein Pluspunkt. Für etwas Anderes als für ein Abendessen im Hotel reichte es nicht mehr, vom Flughafen bis in die Innenstadt wäre es etwas eng geworden, auch wenn in Portugal wohl jede Kneipe bis mindestend 23 Uhr geöffnet hat.
Einhundertfünfunddreißig
Der Schoner nach São Vicente lag schon zwei Tage in der Bucht von Furna auf Brava, der kleinen Nachbarin der Vulkaninsel. Endlich fand sie den Mut, um mit ihm zu sprechen. Er saß auf der Mole und stopfte seine Habseligkeiten...
Das Erbe des Comte
Es gibt Orte, an denen man keinen französischen Grafen erwarten würde. Ein Vulkankrater auf einer kleinen Insel mitten im Atlantik, fast zweitausend Meter über dem Meer, ohne Quellen, ohne Straßen, im Schatten eines aktiven Vulkans, gehört gewiss dazu. Und doch...
Berge, die das Licht ordnen
Wir erwachen am Morgen ohne Wecker, ein Zeichen dafür, dass wir ausgeschlafen sind. Schauen wir vom Balkon unseres Hotelzimmers übers Meer, hinüber zu den für uns namenlosen Nachbarinseln, fühlen wir uns ein bisschen in die griechische Ägäis versetzt, nicht unbedingt...
Der Geruch eines Kontinents
Würde man uns fragen, woran wir am sichersten Afrika erkennen, wir würden vermutlich nicht an unsere Nasen denken. Ich würde von Farben erzählen, von Weite, von Stimmen. Und doch ist es die Nase, die sich niemals irrt. Nicht Gestank ist...
Die Boote von Tarrafal
Am Montagmorgen um fünf Uhr ist das Meer in der Bucht im Mondlicht noch nicht türkisfarben, nicht tiefblau, sondern silbrig schwarz. Nur dort, wo die kleinen Wellen auf den Sand laufen, blitzt ein schmaler Saum aus Schaum auf. Nhô Djack...
Die Entdeckung des Grünen Kaps
Bis gestern war ich mir sicher, woher sich der Name des Archipels ableitet. Ist die erste von uns besuchte Insel, São Vicente, noch ein Wüsteneiland, sind Santo Antão und Santiago grün. Damit ist der Name Cabo Verde für uns evident,...
Die Wände von Tarrafal
An der Mauer eines Lagerhauses unweit des Fischerstrands in Tarrafal befindet sich seit einigen Jahren ein Mural, ein Wandbild, das niemand in Auftrag gegeben hat. Es zeigt einen alten Mann, der mit geschlossenen Augen in einem Kasten aus Beton sitzt,...
Estamos a sair das Ilhas de Barlavento
Wir verlassen die Inseln über dem Winde. Damit sind die nördlicheren Inseln des kapverdischen Archipels gemeint, jene Inseln, die direkt den Passatwinden ausgeliefert sind. Der zweite Teil unserer Reise widmet sich zwei weiteren Eilanden weiter südlich. Heute bringt uns ein...
Sodade* – ein Stück Paradies bleibt zurück
Wir haben bisher noch gar nichts zu unserer tollen Unterkunft auf Santo Antão geschrieben, das hole ich jetzt nach: Es ist eine EcoLodge am Ende der Welt, am Ausgang eines fruchtbaren Tales, direkt am Meer. Um uns herum sind nur steile...
Schlaraffenland? Nicht ganz!
Auch heute sieht das Wetter wieder nicht nach Regenzeit aus. Der Himmel ist blau, nur ein paar Passatwolken hängen in den Bergen. Als wir loskommen, sehen wir, dass es dann doch ein paar mehr sind als gestern. Also haben wir...
Vergleiche, die hinken
Wir Menschen neigen dazu, uns die Welt immer anhand dessen zu erklären, was wir kennen. Das geht uns nicht anders, vielleicht kennen wir etwas mehr als andere. Santo Antão ist irgendwie ähnlich wie Madeira, nur krasser! Oder anders gesagt: Es...
Ilhas das Montanhas
Obwohl wir extra zwei Wecker gestellt hatten, damit wir pünktlich sieben Uhr Richtung Fähre aufbrechen können, brauchten wir keinen davon. Irgendwie wirken die drei Stunden Zeitverschiebung noch in uns und so kamen bereits vier Uhr irgendwas erste Fragen nach der...
Dunkle Dampfschwaden…
…liegen über der Halbmondbucht und verdecken den Himmel. Gleich mehrere Dampfschiffe liegen hier und bunkern Kohle für ihre Weiterfahrt nach Südamerika, nach Südafrika oder zurück nach Europa. Mindelo ist der viertgrößte Kohleumschlagplatz der Welt. Während britische Handelsgesellschaften das Monopol auf...
São Vicente
Der vierstündige Flug von Lissabon bis São Vicente war ruhig, leider war außer Wolken nicht viel zu sehen. Platz hatten wir genug, das Flugzeug war bestenfalls halbvoll. Der Flughafen ist gerade zu niedlich. Wir kennen zwar noch kleinere, bspw. in...
