Die Zeit hier in der Nähe von Concarneau ist von Radfahren und Hitze geprägt. Aber da geht es uns auf jeden Fall noch besser als den Zuhause-Gebliebenen. Wir haben immer mal wieder frischen Wind vom Meer und am Abend kommt hier immer eine ordentliche Brise, so dass die Nächte immer sehr gut erträglich sind. Beendet werden diese immer vom Wecker, da es zwischen 9 und 10 Uhr Frühstück gibt. Also nichts mit faulenzen und in den Tag rein leben, aber wenn wir wollen, können wir uns ja gleich nach dem Frühstück wieder aufs Ohr legen 😉 In unser Haus kommt wegen Corona ja niemand. Wenn wir neue Handtücher brauchen, müssen wir das sagen. Da hat die Umwelt also auch noch was davon.

Am Donnerstag haben wir uns auf unsere Drahtesel geschwungen und sind Richtung Norden an die Küste gefahren. Dort gibt es eine Austernfarm, die Jens sich gern anschauen wollte. Haben wir dann auch gemacht. Auf dem Hinweg kamen wir an einer nett aussehenden Crêperie vorbei, da haben wir gleich mal für den Abend reserviert. Da wurde dann in mehreren Schichten gegessen. Wir waren 21.00 Uhr dran und alles war super durchorganisiert. Als wir kamen, wurde gerade alles nochmal desinfiziert und dann ging die Bestellrunde Nr. 1 los. Alles ging sehr flott und es war sehr lecker.

Am Freitag haben wir dann eine Runde „by car“ gedreht. Zuerst waren wir im mittelalterlichen Städtchen Locronan. Wirklich sehenswert, aber es war warm und voll. Trotzdem sind viele kleine Sächelchen in unsere Tasche gehüpft und einen Crêpe gab’s auch noch. Anschließend haben wir die Cidrerie Kerné aufgesucht. Das hat zwar nicht soo lange gedauert, war aber ungleich teurer 😉 Aber wir haben jetzt im Auto mehrere Kisten Cidre. Zu guter Letzt mussten wir noch zum Phare d‘Eckmühl. In dessen Nähe haben wir vor 2 Jahren durch einen Zufallsfund unfassbar lecker gegessen und das wollen wir gern wiederholen. Also machten wir uns auf, um einen Tisch zu bestellen. Das hat auch funktioniert, aber Erstürmung ist erst Dienstagabend. Naja, besser als nichts. Da hatten wir vor zwei Jahren wohl einfach nur Glück.
Den Freitag beschlossen wir mit Fischsuppe und Jens mit seinen ersten eigenhändig geöffneten Austern hier bei uns am Häuschen. Es gab nur kleinere Verletzungen und sie haben scheinbar geschmeckt, die „creuse“ und die „plate“. Wer’s mag! Jedenfalls ist Austern essen hier ganz und gar kein teures Vergnügen. Für die Ladung „creuse“, die Jens hier in der Farm gekauft hat, bekäme er bei uns vielleicht Eine! Und die seltene, leicht nach Haselnuss schmeckende (sagt Jens zumindest) „plate“ gäbe es bei uns wohl gar nicht.

Schon im ersten Band von Bannalec ermittelt Commissaire Dupin in Pont-Aven. Also nichts wie hin mit dem Rad. Damit wir vielleicht mal nicht über Stock und Stein unterwegs sind, habe ich mich am Samstagmorgen noch dazu durchgerungen, eine neue App zu installieren und dann habe ich mir sogar die ganze Welt heruntergeladen. Na immerhin weiß ich jetzt, was die Welt kostet – 19,95 €!!! Danach haben wir also die Strecke geplant und sind losgefahren. Es war eine schöne Runde, Pont-Aven ist ein toller kleiner Ort (auch dort gab es wieder leckeres Essen), aaaaber: Es war viel zu heiß. Die Sonne brannte unbarmherzig vom unbewölkten Himmel und so richtig gefetzt hat es dadurch nicht. Wir haben viele schöne kleine Ortschaften durchfahren, aber ich zumindest war sowas von froh als wir nach 52 km wieder unser Zuhause auf Zeit erreichten. Da ging’s erstmal unter die Dusche und dann auf den Liegestuhl.

Den heutigen Sonntag ließen wir etwas ruhiger angehen. Wir beluden das Auto mit den Fahrrädern und fuhren auf die Halbinsel Quiberon. Dort fuhren wir dann eine Runde über die Halbinsel und besuchten die Bucht Pont Blanc, oder wie der Bretone sagen würde: Porz Guen.

Vor Ort war es zum Glück nicht so heiß wie unterwegs, so dass es sich gut radeln ließ. Heute Abend kochte Jens dann lecker Fisch mit bretonischen Kartoffeln und in Cidre geschmorten Schalotten und so können wir das Wochenende gemütlich ausklingen lassen.
Morgen Vormittag geht’s dann mal nach Concarneau, unsere Wäsche braucht einen Waschsalon und wir werden in der Zeit ein wenig in der „ville close“ flanieren (natürlich immer brav mit Maske).

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