Für unseren Anreisetag hatten wir uns eine Zugverbindung von Dresden nach Frankfurt ausgesucht, die uns im optimalen Fall mit ausreichend Zeitpuffer versehen nach Frankfurt gebracht hätte. Den Worten entnimmt man schon, dass dieser Puffer notwendig war, den haben nämlich Bahn und Kontrolle der Fotoausrüstung komplett aufgebraucht. Noch nie vorher konnten wir nahtlos vom Security-Check zum Boarding übergehen. Schon immer nahm die Kontrolle unserer Fotoausrüstung einiges an Zeit in Anspruch, diesmal schlug allerdings der Abstrich auf Sprengstoff an. Nach einer Weile, die uns besorgt auf unsere Uhren schauen ließ, stellte sich das Ganze als Fehlfunktion des Messgeräts heraus und uns wurde von Amts wegen bescheinigt, dass die Fotoausrüstung keinen Sprengstoff enthält. Das war UNS vorher bekannt.

Den Flug erlebten wir wie bisher immer bei Condor relativ entspannt in der Premium Economy. Zwei Meter Körpergröße greifen schon da das erste Mal tiefer ins Portemonnaie. Pünktlich erreichten wir am frühen Nachmittag Seattle und hatten, man glaubt es kaum, nach 5 Minuten sämtliche Einreiseformalitäten erledigt (wir waren die ersten am Schalter). Der Immigration-Officer war hocherfreut, dass wir seiner Gegend so viel Zeit schenken wollten. Schon wieder hatten wir Glück, da wir so spät im Flugzeug waren, kam unser Gepäck scheinbar als erstes wieder heraus (in der Informatik sagt man dazu „LIFO“: last in and first out). Seattle-typisch wurden wir unser Gepäck schnell wieder los, fuhren mit der Bahn und schnappten uns unser Gepäck vom Band. Gefühlt war seit dem Ausstieg aus dem Flugzeug erst eine Viertelstunde vergangen.

Dem von uns angeheuerten Taxifahrer war es schwer verständlich zu machen, dass irgendwo im Nirgendwo von Seattle eine Camper-Vermietstation sein sollte. Da wir diese bei Google-Streetview aber ausreichend inspiziert hatten, konnten wir unser Taxi sicher dorthin geleiten. Tatsächlich befindet sich die Filiale von GoNorth auf dem Hinterhof einer Tankstelle. Dort angekommen sahen wir genau ein Wohnmobil: unseres.

Die freundliche Mitarbeiterin (es war auch die Einzige) zeigte uns unser Heim für die nächsten Wochen, wir sollten die Erstbenutzer sein. Das Fahrzeug hatte nur wenige Meilen auf dem Tacho. Da wir ein Gefährt gleicher Bauart bereits vor wenigen Jahren gemietet hatten, ging die Einweisung schnell vonstatten, wir packten noch ein paar Sachen aus dem Resteregal in die Kabine, versicherten, dass wir die Milepost in gutem Zustand zurückbringen würden (wozu wir die in Oregon und Washington brauchen sollten, erschloss sich uns nicht ganz), verstauten selbige sicher dort, wo wir sie die nächsten 5 Wochen niemals beschädigen würden und begaben uns in den erstbesten Supermarkt.

Mit Lebensmitteln und Haushaltsutensilien ausgestattet für die nächsten Tage fuhren wir zum Saltwater State Park, suchten uns ein Plätzchen, warfen nach diesem wirklich langen Tag noch einen letzten Blick auf den Sonnenuntergang über dem Puget Sound, kochten uns ein erstes Urlaubsessen und waren nun auch wirklich im Urlaub angekommen. Bevor wir erstmals unter die Decken krochen, schauten wir nach dem Wetter für die nächsten Tage und beschlossen unseren Urlaub auf der Olympic Peninsula zu beginnen.

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