Der Morgen gestaltete sich ähnlich stürmisch wie die Nacht, aber vor allem sonnig. Wir machten uns also nochmal auf den Weg zur „Erde“ und waren fast allein. Vor uns stand nur noch eine vierköpfige Familie, aber die war dann auch recht bald fertig mit der Fotografiererei. Diesmal gingen wir noch zur Installation „Kinder der Welt“, welche 1989 von sieben Kindern aus verschiedenen Teilen der Welt gestaltet wurde.

Danach machten wir uns vorerst ohne Frühstück auf den Weg, wollten wir dem wilden Wind doch ein Stück weit entfliehen. Außerdem mussten wir unbedingt unser Klo entleeren, es drohte überzulaufen 😉 Wie man so ein Mini-Klo in ein Wohnmobil bauen kann, wissen wahrscheinlich nur Menschen, die nie vorhaben, mit dem Gefährt autark zu stehen und die Toilette auch zu nutzen. Bei uns bleibt da nur Kopfschütteln zurück. Nach der erfolgreichen Entsorgung fuhren wir weiter Richtung Honningsvåg und waren froh, dass wir das Nordkap verlassen hatten. Uns kamen Unmengen von Bussen, Quads und Radfahrern entgegen und das ließ eigentlich nur auf ein recht großes Schiff schließen. Schon von weitem sahen wir das Ungetüm von „Mein Schiff 4“ – größer als alles, was es sonst noch so hier gab.

Wir setzten uns ganz entspannt zu „Honni Bakes“ (da gab es gestern schon die Galettes), tranken Kaffee und aßen Pain au chocolat und verfolgen wieder einmal das Treiben der Kreuzfahrttouristen. Das Hupen eines Schiffshorns verkündete die Ankunft eines zweiten Dampfers, aber es war „nur“ die M/S Nordkapp auf ihrer Fahrt gen Norden. Ungleich kleiner spuckte sie trotzdem eine Vielzahl von Touristen aus und so zog es uns ganz plötzlich aus der Stadt.

Unser nächster Halt (und eigentliches Tagesziel) war Alta. Bei unserem Besuch Ostern 2018 fanden wir vor der Nordlichtkathedrale wunderschöne Eisskulpturen, heute wurden wir lediglich von einer deutschen Familie um das Erstellen eines Fotos gebeten.

Der Unterschied zwischen Sommer und Winter ist schon krass und mir fällt es echt schwer, die Winterlandschaft mit der im Sommer zusammenzubringen. Immer wieder stellen wir fest, dass wir da im Winter wohl auch lang gefahren sind, aber es sieht alles doch so anders aus.

Da es noch recht zeitig ist, bleibt es hier dann doch nur bei der Besichtigung und einem Essen beim Italiener und wir fahren noch ein bisschen weiter bis zum Langfjord. Diesen haben wir damals auch umfahren und wunderbare Fotos der Langfjord Kirche mit unberührten Schnee gemacht. Heute haben wir uns zuerst einen Campingplatz gesichert, einen Mittagsschlaf 🙂 (17:30 Uhr) gehalten, die Fahrräder startklar gemacht und dann sind wir zur Kirche geradelt. Und da es diesmal keinen Schnee gab, kamen wir auch näher ran und sogar hinein.

Der weitere Abend brachte uns zurück zum Camper, es gab was zu trinken und zu essen (in genau der Reihenfolge) und nun schauen wir bei Tropfen, die aufs Dach trommeln auf einen leeren Fjord. Gefüllt wird er erst wieder kurz nach 3 und dann schlafe ich hoffentlich.

By the way: Heute hat mir meine Krankenkasse doch tatsächlich mitgeteilt, dass sie meine Ortese gerne bezahlt, das war ja nur ein dreiwöchiger Kampf mit vielen Briefen. Der Dank gilt an dieser Stelle meiner Hausärztin, die mir auch im Urlaub ganz unproblematisch geholfen hat.

Eva

Sie schreibt und selten fotografiert sie auch.

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