Sehr motiviert sind wir am gestrigen Morgen in den Tag gestartet. Zum Frühstück lernten wir unsere äußerst nette Vermieterin kennen, Booking hatte nicht zu viel versprochen. Und auch das Frühstück war super. Bald danach ging’s auf die lang erwartete ligurische Grenzkammstraße. Das es nicht einfach werden würde, war ja schon im Vorfeld abzusehen, montags gesperrt etc.pp. Wir sind also losgefahren und wollten die Straße in Teilstücken fahren. Die asphaltierte Straße haben wir auch problemlos meistern können, dann ging es auf den Schotterteil. Ich halte da ja immer gepflegt den Mund und leide still vor mich hin. Nach einem guten Kilometer erklärte dann aber auch Jens, dass er diese Art von Schotterstraße nun auch nicht weiterfahren wolle, ein guter Moment um umzukehren. Ich war durchaus erleichtert, allerdings hatte es uns auch 2 Stunden mehr Autofahrt beschert.

Wir waren nun irgendwie den ganzen Tag unterwegs, sind über den Col de la Bonette gefahren, eigentlich war es für alles viel zu warm. Mein Rücken hat den ganzen Tag nicht besonders gut mitgespielt und ich war am Ende des Tages froh als wir unser Quartier, ein ausgebautes Bauernhaus erreichten. Die Vermieterin war ebenso nett wie die am Morgen, das Zimmer hat Jens sogar zum schönsten im bisherigen Urlaub erklärt.

Nach einem Stündchen Pause machten wir uns auf den Weg in den ca. 1 km entfernten Ort. Dort hatte uns unsere Vermieterin schon einen regionalen Markt und entsprechend viele Menschen angekündigt. Direkt neben dem Markt ergatterten wir die zwei einzigen Plätze im Restaurant, die nicht reserviert waren. Dafür mussten andere Menschen ihr Bier schnell austrinken. Wir hatten aber richtig Glück. Der ganze Abend war zwar mit sehr viel Warten verbunden, das Essen war allerdings jede Warteminute wert. Allerdings haben wir etwas neues über Franzosen gelernt: Bisher dachte ich ja, die haben Ahnung von Wein, aber gestern war so ein Tag, da wurde uns doch tatsächlich vom Kellner eine Karaffe Rotwein gebracht, begleitet von einem Becher mit Eiswürfeln, weil der Wein so warm war 🙂 Wir haben die Eiswürfel draußen gelassen… Der Rückweg war anstrengend, weil steil, aber – meinen Rücken hat die Bewegung gefreut.

Heute gab es ein wiederum sehr leckeres französisches Frühstück, alle Zutaten bis aufs Brot selbst hergestellt. So gestärkt, machten wir uns auf den Weg nach Val-d’Isère, zwei Pässe säumten unseren Weg. Der erste Pass, der Col du Galibier wird Übermorgen vom Tross der Tour de France heimgesucht. Heute gab es an diesem tollen Pass schon keinen Platz mehr um einen Kaffee in aller Ruhe am Straßenrand zu trinken. Wohnmobile und Zelte soweit das Auge blickt, ganz sicher nicht erst seit heute hier. Da fage ich mich doch schon besorgt, was Menschen bewegt, einem Ereignis hinterher- bzw. vorauszufahren, was ja wohl hauptsächlich von der Tablettenindustrie gesponsert wird. Komisch, dass es dafür keine Werbung gibt! In den Tagen davor fahren massenweise „Hobbyradler“ den schweren Pass hoch. Wieviel Doping wird da wohl im Spiel sein?

Ein kleines freies Plätzchen haben wir uns dann aber doch erkämpft und einen Kaffee getrunken. Außerdem hatten wir ein leckeres Baguette erstanden und aßen dazu die ungarische Wurst, die meine Eltern mitgebracht hatten. So kam die auch zu Reiseehren in Europa 😉

Weiter ging es für uns dann über den Col de l’Isaran Richtung Val-d’Isère, an diesem Pass war noch viel Platz, aber die Tour de France kommt auch erst einen Tag später hier durch. Naja, wir waren eher.

Val-d’Isère kannte ich bisher nur vom Wintersport. Die Hänge nun hier in natura zu sehen bestätigt mich nur in meiner Meinung, dass die Skifahrer ziemlich lebensmüde sein müssen. Haben die sich die Hänge auch mal im Sommer angesehen? Ich würde mich da nicht mal zu Fuß runtertrauen…

Der Abend wurde von uns mit Galette und Crêpes beschlossen, nicht typisch für diese Region, aber in memoriam für die Ferien vom letzten Jahr sehr lecker.

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