In den letzten drei Tagen haben wir Urlaub wie früher gemacht. Wir hatten das beste Netz ever mit vollem Empfang, nämlich „kein Netz“. Mit viel Mühe haben wir an besonderen Stellen mal nach unseren Mails schauen können, alles andere war so richtig schön offline.

Daher soll es hier an dieser Stelle eine Zusammenfassung dessen geben, was uns in der Zeit so widerfahren ist.

Die Abreise aus Saalbach-Hinterglemm erfolgte wie vermutet bei nicht so schönem Wetter, wir freuten uns also auf die Plätzwiese. Der Tag versprach sonnig zu werden, ich freute mich für den Nachmittag auf eine kurze Wanderung, aber schon um die Mittagszeit fühlte Jens sich nicht so besonders und stellte das Essen ein. Naja, das kenne ich ja schon. Urlaub und mein Mann legt einen Krankheitstag ein – nach Möglichkeit im teuersten Hotel der Reise mit 4-Gänge-Menu. Jens lag also ab 15.00 Uhr im Bett und ich suchte mir eine kurze Wanderung aus, musste ich meinen Rücken doch ein wenig in Schwung bringen. Zum Abendessen wollte Jens mich dann begleiten, das hat er auch tapfer bis zum Beginn der Vorspeise ausgehalten. Hab ich halt allein gegessen 😉

Zum Glück währen bei meinem Mann Krankheiten ja nicht so furchtbar lang, so konnten wir uns am nächsten Tag (ich gut gestärkt, er wenigstens mit einem Brötchen versehen) auf eine geplante kleine Wanderung begeben. Da es bis zum ersten Ziel ganz gut ging, haben wir das ganze Unternehmen dann etwas ausgedehnt und den Strudelkopf erklommen – wenn Jens ein bisschen malade ist, kann ich immer ganz gut mithalten 🙂 Am Nachmittag gab’s dann noch einen kleinen Abstecher an den Pragser Wildsee (6 € Parkgebühr – mal ehrlich), bevor wir uns auf die anstrengende Suche nach Bargeld machten. Wir hatten doch schon wieder fast ausgeblendet, dass es auf den Almhütten Essen nur gegen Bares gibt.

Den gestrigen Tag begannen wir an den 3 Zinnen. Eigentlich war unser Vorhaben, bis zur Auronzo-Hütte mit dem Auto zu fahren, aber schon in Misurina wurden wir auf einen Parkplatz „gezwungen“ und stiegen in den Bus um. Das war auch gut so, fuhr dieser doch in endlicher Zeit bis nach oben und wir sparten 30 € Maut. Oben angekommen, reihten wir uns in die Schlange der Wanderer ein, zeitlich reichte unsere Wanderung dann aber nur bis zum Patternsattel, da uns die Zeit ein wenig im Nacken saß – Urlaub halt 😉

So haben wir es dann mit quasi keinem Zwischenstopp über mehrere Pässe bis zur Seilbahn geschafft, die uns zur Kölner Hütte im  Rosengarten gebracht hat. Da der „Seilbahnmensch“ ein Einsehen hatte, hat er uns auch nach 18.00 Uhr noch die letzte Viertelstunde in seinem Sessellift transportiert, ich hatte aber irgendwie die ganze Zeit Angst, er könnte vergessen, dass wir da noch drin sitzen und den Lift einfach anhalten. Hat er natürlich nicht gemacht, aber mit unserem Ausstieg blieb auch der Sessellift stehen. Die Nacht verbrachten wir also dort oben in einer einsamen Kammer mit kleinen Betten und viel zu schweren Bettdecken, kalt war es außerdem, aber der Ausblick war gigantisch.

Heute haben wir nun den Tag damit verbracht eine kurze Strecke in möglichst langer Zeit zurückzulegen. Dazu stehen in Jens‘ tollem Denzel (Der Reiseführer für Alpenstraßen) Super-Straßen, die bei ihm zu Freude und bei mir zu Schweißausbrüchen führen. Aber wir haben alles überlebt und sind nach einem Puzzlespiel auf einer ziemlich engen Straße wohlbehalten in unserer Unterkunft am Gardasee angekommen, wo wir nun bei wohligen 28 Grad am See im Garten des Agriturismo sitzen und ich es tatsächlich einmal genieße, dass es nicht nur 13 Grad sind. Irgendwie muss es sich doch jetzt auch mal wie Sommerurlaub anfühlen – Spitzbergen kommt noch früh genug.

Nachher geht’s auf die Suche nach leckerem italienischem Essen und morgen dann nach Verona – ich freu mich.

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