Der Tag begann genau so, wie die Wetter-App es vorhersagte. Die Sonne war noch nicht ganz da, aber es war vorhersehbar, dass es sonnig wird. So konnte es also losgehen mit der Fahrt ins isländische Hochland. Heute sollte unser Wohnmobil nun endlich einmal artgerecht „ausgeführt“ werden. Die erste Buckel- bzw. Ruckelpiste auf der Kjölur, welche die ganze Insel quert, ließ auch nicht lange auf sich warten und wir warteten darauf, was wohl alles so aus Schränken oder offenen Regalen rausfallen würde. Am Anfang war die Piste allerdings sogar noch so gut, dass wir im Auto weiter in unserem Hörbuch vorankamen, wir verstanden sogar etwas 😉

Die erste Etappe führte uns ins Hveravellir, ein Hochtemperaturgebiet, welches wir vor 4 Jahren auch schon einmal besucht hatten. Hier hatten wir mittlerweile strahlenden Sonnenschein und so konnten wir einen langen und ausführlichen Rundgang um die sprudelnden Hotspots machen. Ein Bad in denselbigen ist allerdings nicht anzuraten, da man danach bei 100 °C gut gar ist. Am Beginn des Weges gibt es allerdings eine Badestelle, versetzt mit kühlerem Wasser.

Auf der Fahrt ins Hveravellir hatten wir stets einen guten Blick Richtung Kerlingafjöll, eingerahmt von den Gletschern Höfsjökull im Osten und Langjökull im Westen. Die Berge lagen von Wolken eingewickelt in der Gegend herum, aber wir hatten Hoffnung, dass die Sonne schneller als wir sein könnte. Im Kerlingafjöll hatten wir dereinst in einer Hütte übernachtet und aufgrund der etwas kratzigen Bettlaken und des grauen Wetters hatte ich diese Übernachtung nicht mehr in besonders guter Erinnerung. Mittlerweile sollte das Ganze allerdings auch noch weiter ausgebaut und der Zeltplatz erweitert sein, so zumindest hatte ich gelesen. Traumata soll man ja bearbeiten, also führte uns wenigstens der Weg noch einmal in die Berge hinter dem Zeltplatz. Dort angekommen, gab es kein Wölkchen mehr, aber wir waren sowas von gut durchgeschüttelt, dass doch der ein oder andere besorgte Blick in die Schränke geworfen werden musste. Aber wir hatten gut gepackt 😉

In diesem Jahr konnten wir nun die Farbenpracht des Hochlandes genießen. Was für eine herrliche Landschaft wird uns hier vorgeführt. Da hat sich doch jede Bodenwelle und jeder Hupfer gelohnt.

Auf dem Weg zurück Richtung „Hauptstraße“ lag noch ein fotografierwürdiger Wasserfall am Weg, was will man mehr. Zum Vergleich hier noch ein paar Bilder vom letzten Mal, als das Wetter nur mal kurz schön war. Etwas mystisches hatte es damals aber.

Zu diesem Zeitpunkt hatte zumindest ich die Schüttelei schon ein wenig satt. Im Auto etwas anhören, daran war an diesem Tag nun wirklich nicht mehr zu denken, aber wir haben nicht erwartet, dass das schlechteste Stück der Straße noch vor uns lag. Auf dem Weg zum Gullfoss hatte sich in unserem Auto dann wahrscheinlich alles verdichtet und die dicken Brocken lagen oben (so wie man das von Findlingen auf dem Feld kennt 😉 ) Diese empirische Studie förderte übrigens als Ergebnis zu Tage, dass Wanderschuhe, obwohl im vorliegenden Experiment als große Partikel eingestuft, die Tendenz zeigen, immer weiter nach unten durchzurutschen. Jens musste diese in der Heckgarage immer wieder hervorgraben.

Der Gullfoss musste dann noch mitgenommen werden, obwohl wir den nun bei jedem unserer Besuche auf der Tagesordnung hatten – so schön war das Wetter aber noch nie. Weil wir aber noch einen „Termin“ hatten, finden sich hier auch Bilder vom letzten Besuch. Gullfoss, auf deutsch der „Goldene Wasserfall“, zeigt unserer Meinung nach diesen namensgebenden Schimmer nur zum Sonnenaufgang im Winter.

Dann haben wir es doch noch fast verpasst, rechtzeitig vor Sonnenuntergang am Strokkur zu sein. Also die Sonne ist noch nicht untergegangen, sondern der Berg hinter dem Geysir ist so hoch. Jens hat sich dann aber gesputet und so konnte der Ausbruch des Strokkur doch noch ins rechte Licht gerückt werden.


 

Nach diesem erlebnisreichen Tag sind wir dann noch bis zum Zeltplatz am Faxifoss gefahren, da dieser sehr idyllisch an einem Wasserfall 🙂 liegt. Nachdem das Auto einigermaßen gerade stand, sprintete Jens auch schon los, da nun die Sonne tatsächlich unterzugehen drohte und ein Bild des Wasserfalls aber auf jeden Fall obligatorisch war, denn dieser fehlte noch in der Sammlung.

Ich habe mich derweilen mal um den Strom gekümmert und als Jens endlich den Weg zurückgefunden hat, wurde der Grill „angeworfen“ und der Wein rausgeholt. Zur Belohnung nach der artgerechten Bewegung unseres rollenden Teilzeitheimes hat es jetzt auch einen Namen bekommen. Die Farbgebung ist passend zum Hochland gewählt 😉

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