Unseren Morgen beginnen wir nach dem Frühstück mit einem Besuch im Heringsmuseum. Dieses ist sehr schön aufbereitet, so dass man einiges über die Geschichte der Fischverarbeitung in Island erfahren kann. Kaum vorstellbar, wieviele Transiedereien und „Hering-in-Salzfässer-Stopfer“ hier noch bis in die 1960er Jahre existierten, bevor die Heringsschwärme hier nahezu ausgerottet waren bzw. diese wegen sich ändernder Meeresströmungen eher im Osten Islands auftauchten. Dabei war der Ort damals nicht einmal an das Straßennetz angebunden, heute gibts es Tunnel nach Osten und Westen durch die Berge. Inzwischen ist der Hering auch wieder da, dank des restriktiven Schutzes der Brutgebiete in den norwegischen Fjorden.

Dann führt uns unser Weg weiter Richtung Osten. Bald kommen wir also wieder nach Akureyri und das Wetter ist hier immerhin schon so sonnig, dass wir uns ein Restaurant suchen wollen, indem wir ein Mittagessen zu uns nehmen können. Auf der „Hauptstraße“ fiel der Blick auf ein Café, das wir vor reichlich drei Jahren auch mit Jens’ Eltern besucht hatten. Damals war es allerdings wesentlich kälter und man konnte nicht draußen sitzen. Diesmal nehmen wir unsere Suppe bei Sonnenschein im Freien zu uns, obwohl Jacken zu diesem Zeitpunkt noch eine gute Idee sind.

Nach Akureyri kommen wir, man will es kaum glauben, am von Jens völlig ausfotografierten Goðafoss „vorbei“. Wenn wir denn schon einmal hier seien, wäre es doch eine gute Idee, vielleicht doch noch das ein oder andere Bild zu machen und außerdem scheint ja die Sonne gerade so schön… So viel zum Thema „ausfotografiert“. Da bin ich ja schon auf unseren nächsten Islandbesuch gespannt 🙂

Da wir bei unserer „Flucht in den Osten“ auch wieder durch Húsavik kommen würden, hatten wir uns schon am Vortag überlegt, nun doch auch noch das dort befindliche Thermalbad „GeoSeas“ zu besuchen. Das war am Anfang des Urlaubs der Waltour zum Opfer gefallen, passt heute aber wunderbar in unsere Tagesplanung. Also steuern wir dieses am späten Nachmittag an und setzten uns für eine reichliche Stunde in ziemlich heißes Wasser, nicht ohne den schlechtesten und teuersten Wein seit langem aus stilvollen Plastegläsern zu „genießen“. Was soll’s, wir haben ja Urlaub, guten Wein können wir zu Hause wieder trinken 😉

Den Aufenthalt in Húsavik schließen wir mit einem Abendessen im Restaurant direkt am Hafen ab, an dem alle Walbeobachtungstouren losgehen. Da wussten wir also, was uns erwartet. Gut gesättigt fahren wir dann zu unserem heutigen Zielort, dem Campingplatz 66°12’’N. Dieser ist mit Sicherheit einer der schönsten Plätze Islands, er hat eine weite Sicht über den Atlantik, wie bereits an anderer Stelle geschrieben, kommt zumindest lange Zeit nichts. Diese Sicht genießen wir noch eine Weile vor unserem Camper, dann aber ziehen wir uns nach drinnen zurück um den Tag zu beschließen.

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