Von Koiimasis kommend fahren wir die D707 weiter nach Süden, machen eine kleine Imbisspause im Bahnhofshotel in Aus und durchqueren die Namib Richtung Westen zum Atlantik nach Lüderitz. Um die Mittagszeit herum ist die meist von Sand verwehte Straße gut befahrbar, wir müssen auf keinen Sandschieber warten.

In Lüderitz angekommen beziehen wir unser Zimmer in der Pension „Alte Loge“ und organisieren uns ein Permit für den Besuch von Kolmanskop. Jens ist es wichtig, dass er dort lange und ganz allein fotografieren kann. Für den nächsten Morgen buchen wir noch eine Fahrt auf dem Katamaran durch die Lüderitz-Bucht zu den Pinguinen auf Halifax Island.

Jetzt ist aber erstmal Kolmanskop dran.

Etwas Historisches:

Das Diamantensperrgebiet übt schon allein durch seinen Namen einen schier unbändigen Reiz aus – Doch das Betreten auf eigene Faust und ohne Erlaubnisschein ist strengstens untersagt!

Das Gebiet erstreckt sich vom Oranje-Fluß im Süden bis zur südlichen Grenze des Namib-Naukluft National Parks. Die Stadt Lüderitz wird von diesem Gebiet quasi eingeschlossen und ist auf dem Landweg nur über die Nationalstraße B4 zu erreichen. Nördlich der Straße liegt die Namib, südlich das Diamantensperrgebiet.

Als die Inhaber der Rechte an den Diamanten die Vorkommen für nahezu erschöpft hielten, verkauften diese die Rechte 1920 für nur 40 Mio. Mark an Ernst Oppenheimer, den Gründer der “Consolidated Diamond Mines of South West Africa”, die später zu “De Beers” wurde. Oppenheimer dehnte das Gebiet aus, perfektionierte die Abbaumethoden und wurde so zum Begründer des Diamantenkartells. Das Fundgebiet wurde zum Schutz vor unlizensiertem und übermäßigem Abbau zum Sperrgebiet deklariert. In den letzten Jahren hat sich die Diamantenförderung immer weiter in Richtung der Oranje-Mündung ins Meer verlagert.

Der Thüringer August Stauch war als Angestellter der Bahn für die Station “Grasland” bei Lüderitz und die Instandhaltung der umliegenden Gleise zuständig. 1908 fand sein Untergebener Zacharias Lewala einen interessanten “Stein”, den er seinem mineralogisch interessierten Vorgesetzten übergab und der sich als Diamant herausstellte. Stauch sicherte sich mit einem Freund umgehend eine große Parzelle bei Kolmanskuppe und wurde zu einem reichen Mann – verlor jedoch nahezu alles in der großen Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre.

Zunächst wurden von mehreren kleinen deutschen Firmen Diamanten abgebaut. Städte wie Kolmanskop und Elizabeth Bay entstanden und wurden schnell zu den reichsten Städten Namibias – konnte man die Diamanten doch einfach vom Boden auflesen. Doch mit dem Ende des Diamantenbooms wurden sie schnell zu verlassenen Geisterstädten und die Wüste kam zurück. Heute kann man Kolmanskop besichtigen – mit der richtigen Erlaubnis auch ganz ungestört allein.

 

Mount Etjo

Okonjima

Auf dem Grootberg

Vor den Toren Etoshas

Etoshas unbekannter Westteil

Halali