…und wir werden ihn am heutigen Morgen erst einmal nicht finden.

Aber von vorn. Nach guter Nachtruhe genießen wir das leckere Frühstück in unserer Pension „Haus Alexander“. Der Besitzer persönlich bereitet dieses zu und spart beim Rührei definitiv nicht mir Eiern.

Dann wollen wir aber schnell los, da wir auf der Webkamera vom Hochwurzen blauen Himmel und wunderschönes Wetter sehen. Im Tal liegt noch eine dicke Suppe. Also ziehen wir die Wanderschuhe an und packen dicke Pullis ein – auf geht’s. Jens hat die Talstation direkt gegenüber der Pension ausgemacht, also zu Fuß los. Dort angekommen, stellen wir schnell fest, da ist alles dicht. Also die Karte genau studiert und festgestellt, die Hochwurzenbahn I fährt woanders los. Zurück zum Haus, rein ins Auto, zum Glück ist das alles nicht so weit. Nach ein paar Minuten kommen wir an der Talstation an, auch alles dicht. Also neues Studium der Karte, Hochwurzen II ist wohl das, was wir suchen, befinden wir uns doch in der Nebensaison. Schon jetzt ist uns klar, dass wir wohl niemals im Winter hierher kommen werden. Eine Seilbahn an der anderen, zu Hülf!! Wir machen nun erstmal eine sehr schöne Fahrt auch bergige Gegenden, sehen auch das erste Mal Sonne und kommen ca. 20 Minuten später an der Mittelstation von Hochwurzen II an. Aber, was soll man sagen, auch hier alles dicht, kein Mensch, wie kommen wir nur auf diesen vermaledeiten Berg und in die Sonne? Der Plan muss her und er offenbart uns, dass es eine Hochwurzen-Bergbahn gibt. Das hätte uns ja auch mal einer verraten können. Also wieder ins Auto und aufi! Und, man glaubt es kaum, unfassbarer Weise kommen wir an eine Bahnstation, die in Betrieb ist und uns nach oben bringen kann. Hat ja auch nur anderthalb Stunden gedauert. Dank der famosen Schladming-Dachstein-Sommercard kommen wir ganz kostenlos in den Genuss des Gipfelerlebnisses. Die Werbung, die wir nun jahrelang beim Wintersport im Fernsehen ertragen haben, macht nun endlich Sinn.

Oben angekommen sind wir begeistert, reißen uns die Schafwollpullis wieder vom Körper und erfreuen uns an 16°, Sonne und dem Blick auf Wolken von oben. Traumhaft, da hat doch tatsächlich jemand ganz viel Watte ins Tal gelegt 😉 Nach einer ersten Fotosession entscheiden wir uns für die kleine Hochwurzen-Umrundung. Im Nachhinein hat die uns nicht besonders gefordert. Wieder an der Bergstation angekommen, macht Jens noch ein paar Fotos und ich bestelle schonmal die Getränke.

Für den heutigen Tag habe ich noch eine Wanderung am „Wilden Wasser“ herausgesucht, nicht zu lang – zeitlich und kilometermäßig. Also machen wir uns nach der Talfahrt auf in das Untertal an den Beginn des Alpinsteigs durch die Höllschlucht. Zuerst kommen wir an zwei Wasserfällen vorbei, die sehen schön aus und sind auch wirklich gut zu erwandern. Warum man für die ca. 5 km fast 2 Stunden brauchen soll, erschließt sich uns nicht wirklich. Aber wir sind halt nicht im heimischen Elbsandsteingebirge, die Angaben der Höhen variieren hier auch ein wenig (also zumindest war Jens davon ausgegangen, dass die angegebenen 282 m für hoch und runter gelten). Nach dem zweiten Wasserfall sehen wir ein paar Meter über uns die angekündigte Hängebrücke über die Schlucht und freuen uns, dass wir dann wohl oben sind und entspannt weiterwandern können. Aber weit gefehlt, jetzt geht die Tortur erst los. Ein Klettersteig am andern, hoch, wieder runter, wieder hoch – unsere Beine freuen sich und ich bin kurz davor, mich einfach irgendwo hinzusetzen und zu streiken. Dummerweise habe ich die Wanderung herausgesucht. Mit allerletzter Kraft komm zumindest ich auch die letzte Leiter nach oben und entdecke, dass die versprochene Almhütte wirklich auf hat und auch eine Bewirtung zur Verfügung stellt. Der Tag ist gerettet und einmal angekommen, stellen wir fest, dass es doch auch Spaß macht, sich körperlich mal wieder etwas zu verausgaben.

Die Hütte hat kulinarisch auch einiges zu bieten, so ein Kürbissüppchen kann man in anderen Restaurants lange suchen. Wir bleiben eine Weile hier sitzen, regenerieren und genießen das tolle Panorama, bevor wir noch einen Abstecher zum Riesachsee machen und dann den Weg nach unten antreten. Der Abstieg auf der Forststraße wird nicht besser, ist er doch recht steil und die Oberschenkel brennen.

Da der Tag ja noch nicht genug geboten hat, fahren wir erst noch eine Weile in der Gegend herum, um für Jens das ein oder andere Fotomotiv zu finden. Danach geht’s nochmal bergaufwärts auf den Stoderzinken. Ein netter Weg nach oben, aber leider war dann die Sonne schon so weit hinterm Berg verschwunden, dass wir einfach wieder nach unten fuhren.

Die Suche nach einem Abendessen, das dem gestrigen in irgendeiner Weise das Wasser reichen kann, gestaltet sich als sehr umfangreicher Akt am heutigen Abend. Irgendwann finden wir dann in der Innenstadt von Schladming dann doch noch ein passables Restaurant, werden satt (es war auch lecker) und danach geht es direkt wieder in unsere nette Pension. Ganz so lang halten wir heute nicht durch, die Berge fordern ihren Tribut und wir schlafen kurz nach 23.00 Uhr tief und fest.

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