Was für ein schöner Tag! Nachdem wir in aller Ruhe ausgeschlafen haben und ich dann auch wieder mal unter einer Dusche meine Haare waschen konnte, gingen wir zum Frühstück, welches wir gestern Abend noch in aller Ausführlichkeit vorbestellt hatten. Lecker!

Während des Frühstücks befragten wir mal komoot und unsere Gastgeber, was denn eine gute Fahrradrunde für heute wäre. Beide schickten uns über die mehr als einen Kilometer lange Barmouth Bridge, die längste Holzbrücke in Wales, über den vor uns liegenden Sund und dann nach Osten immer an selbigem entlang. Diese Tour war entspannt und wir konnten nebenbei die Möwen und Gänse beobachten und dabei zuschauen, wie die Ebbe immer mehr Land zum Vorschein kommen ließ. Nach ca. 15 km erreichten wir die Penmaenpool Toll Bridge, eine weitere lange Holzbrücke über die letzten Ausläufer des Sunds. Hier müssten wir, wollten wir dieses überqueren, 30 Pens Maut für unsere Räder bezahlen.

Für uns ging es aber vorbei an der Brücke und ab nach rechts und in die Berge. Auf einem relativ kurzen Stück ging es ganz schön steil ein paar hundert Höhenmeter nach oben, aber als wir dann angekommen waren, wurden wir fürstlich belohnt. Gingen die letzten Kilometer schon durch eine hügelige Heidelandschaft, so kamen wir am Ende an einem Bergsee raus, der einfach nur Frieden ausstrahlte. Die Sonne schien (na gut, dass war ein bisschen heiß), der See vor uns und Berge ringsum. Alpenpanorama in ein paar 100m Höhe mitten in Wales 😉

Ab jetzt mussten wir nur noch rollen lassen und brauchten nicht mehr treten, da es noch steiler bergab ging, wie vorher hinauf. Zuletzt überquerten wir wieder die Barmouth Bridge, entrichteten unsere freiwillig zu zahlende Maut – seit 2013 wird hier an der Brücke keine Mau mehr erhoben.

Mit einem kleinen Stopp an unserem Auto (um das dort vergessene eBook zu holen) fuhren wir weiter in den Ort um vielleicht etwas zu Mittag zu finden. Wir haben etwas gefunden und es war (wirklich das erste Mal in diesem Urlaub und seit langer Zeit) ungenießbar. Da wir aber wussten, dass wir heute Abend eine Reservierung in einem sehr guten Restaurant haben, hakten wir es ab und machten etwas, was für uns beide und Urlaub außergewöhnlich ist: Wir gingen baden. Wir mussten zwar eine Weile laufen, um das Meer unter die Füße zu bekommen 😉 , aber der Strand war super. Das Wasser war, wenn man denn mal drin war, gar nicht so kalt und wir nun auch mal in der Irischen See baden – ein völlig untypischer walisischer Sommertag – wie unsere Gastgeber meinten. Na gut, wir persönlich kennen Wales jetzt gar nicht anders als unter blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein 😉

Danach fuhren wir aber bald zurück ins B&B, um uns das Salzwasser vom Leib zu duschen und den restlichen Vorabend lesend und schlafend zu verbringen.

Relativ zeitig, schon kurz nach 18.00 Uhr machten wir uns dann auf den Weg ins „The Bank“, ein Restaurant, welches unsere Gastgeber für uns reserviert hatten. Dort bekamen wir richtig gutes Essen und auch guten Wein. Blieb uns im Anschluss nur noch der Weg zurück, für Jens dann auf eine Bank am Meer mit Pfeife und Fotoausrüstung und für mich an den Tisch am offenen Fenster, um diesen Tagesbericht zu tippen.

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